Svens kleiner Blog

Nicht wegen Geld, nicht wegen Ruhm, nicht wegen Aufmerksamkeit sondern einfach nur so ;-)

Mehr Überwachung, mehr Kontrollen, mehr Abschottung, dies sind die Schlagworte, über die gerade in den Medien diskutiert wird. Über die immer diskutiert wird, wenn irgendwo in Europa etwas passiert. Warum diskutieren wir aber nicht mal über Waffenexporte, Armut, Ausbeutung von Rohstoffen durch westliche Firmen und Angst? Warum diskutieren wir nicht über die Perspektivlosigkeit, die dazu führt, dass Menschen ihre Zukunft und die Zukunft ihrer Familie bei Terrororganisationen suchen? Warum reden wir nicht über den rechten Terror hier in Deutschland? Über die brennenden Unterkünfte, die für geflüchtete Menschen gedacht waren? Über Übergriffe, die eben auch dazu führen, dass die Menschen, die schon hier in Deutschland sind, sich auch noch in die Fänge von Terrororganisationen begeben?

Darüber schweigen wir lieber, weil wir uns dann eingestehen müssten, dass wir den Terror, der jetzt zurück kommt, selbst exportiert haben. Es ist leichter gegen geflüchtete Menschen zu hetzen, da dadurch die Mitschuld an dem, was in der Welt passiert, was somit zwangsläufig auch bei uns passiert, nicht sichtbar wird.

Damit werden wir den Terror auf dieser Welt aber nicht besiegen können. Wir können ihn nur besiegen, wenn wir statt Waffen Menschlichkeit exportieren. Wir, also der Teil der Welt, der in Wohlstand lebt, müssen dafür sorgen, dass kein Mensch mehr hungern muss. Wir müssen Solidarität leben und nicht Ausbeutung. Wir müssen verhindern, dass Menschen wegen Rohstoffen vertrieben werden. Enteignet, damit wenige Menschen noch mehr Profit erwirtschaften und noch mehr Geld anhäufen können.

Mehr Überwachung, mehr Kontrolle, mehr Abschottung wird den Terror nicht besiegen, genauso wenig wie Bomben und Kriege – die gegen den Terror helfen sollen – das schaffen werden.

Die ganzen Terrororganisationen profitieren von unserem System. Sie zahlen Sold an Menschen, die sonst keine Möglichkeit hätten, ihre Familie zu ernähren. Und jetzt muss sich jeder von uns Fragen: Was würde ich tun, um meine Familie zu ernähren? Terror oder Hunger? Vielleicht sterben oder ganz bestimmt sterben?

Wir könnten das ändern! Wir könnten den Hunger besiegen und somit verhindern, dass sich Menschen dazu entscheiden, zu Terrororganisationen zu gehen. Ganz bestimmt ist dadurch die Terrororganisation noch nicht gestoppt, da es den Anführern nicht ums Geld geht. Denen geht es um Macht! Gestoppt wäre aber der Zulauf von verzweifelten Menschen, die das nicht aus Überzeugung machen sondern aus Verzweiflung. Und damit wäre schon viel erreicht, denn dadurch wären die vielen Selbstmordattentäter schon einmal weg. Denn die Anführer wollen, wie oben schon erwähnt, Macht und nicht selbst sterben.

Lasst uns doch also einmal darüber diskutieren, wie wir Menschlichkeit exportieren können. Lasst uns darüber reden, wie wir eine solidarische Weltgemeinschaft werden, die nicht aus Neid, Missgunst, Hunger und Angst besteht. Erst wenn wir darüber sprechen, erst dann beginnen wir wirklich mit dem Kampf gegen den Terror.

„Menschliche Inkompatibilität“, das ist das aktuelle Thema vom Blogideekasten. Als ich das Thema gestern sah, dachte ich schon, ich würde dazu wieder nichts schreiben können, da ich überhaupt nicht wusste, was das überhaupt sein soll. Doch wie es der Zufall so will, stolperte ich heute über einen Artikel, bei dem mir das Thema sofort wieder ins Gedächtnis kam.

Unsere Gesellschaftsform ist menschlich inkompatibel

 

Im Artikel ging es um die Verdrängung von Menschen. Um genauer zu sein, es ging um die Verdrängung von Obdachlosen aus dem öffentlichen Raum. Da werden an öffentlichen Orten Spikes in den Boden gelassen, damit sich die Obdachlosen dort ja nicht hinsetzen oder hinlegen. Erinnert an diese Stachelmatten auf Bahnhöfen, die Tauben davon abhalten sollen, sich dort niederzulassen. Oder nehmen wir die Entlüftungsgitter. Im Winter ein Ort, an dem sich Obdachlose zumindest ein wenig aufwärmen können. Aber auch dieser Ort wird so umgebaut, damit Obdachlose die Wärme auch gar nicht nutzen können, obwohl es viel zu wenige offizielle Orte gibt, an denen sich Obdachlose im Winter aufwärmen können.

Die Gesellschaft möchte die Obdachlosen nicht sehen. Ja, ich verallgemeinere hier etwas, in dem Bewusstsein, dass es Teile in der Gesellschaft gibt, die den Obdachlosen durchaus helfen wollen. Aber der Großteil möchte nicht, dass sich Obdachlose in Bahnhöfen aufhalten. Sie wollen diese nicht im öffentlichen Straßenbild sehen, wollen sich nicht mit den Problemen beschäftigen, die es in dieser Gesellschaft gibt. Ich glaube sogar, dass vielen die Obdachlosen auch nur peinlich sind, weil sie zeigen, dass es auch in einem reichen Land wie Deutschland extreme Armut gibt.

Aber eine Gesellschaft, die Menschen, die schon alles verloren haben, noch weiter verdrängt, ist keine Gesellschaft, die menschlich kompatibel ist. Eine Gesellschaft, die die Augen vor Armut und Leid verschließt und lieber auf andere Länder verweist, in denen es den Menschen noch schlechter geht, hat keinen Funken Menschlichkeit. Auch dann nicht, wenn sie so tut, in anderen Ländern zu helfen, obwohl sie dort eigentlich nur das eigene System verteidigen möchte.

Es ist keine Lösung, wenn ich irgendwo Spikes in den Boden einlasse, ebenso ist es keine, wenn ich Orte so verändere, dass dort der Aufenthalt für Obdachlose unmöglich wird. Es ist eine reine Verdrängung, eine Verdrängung, weil es beschämend wäre, die Armut, die in einem Land wie Deutschland eigentlich nicht nötig wäre, auch noch öffentlich zu zeigen. Eine Lösung wäre es, den Menschen zu helfen, ihnen zumindest Orte zu schaffen, an denen sie vor Kälte, Wind und Regen geschützt sind, obwohl das eigentlich noch viel zu wenig ist. Nicht das Verdrängen ist die Lösung, sondern das Helfen. Wenn Entlüftungsgitter wärme spenden, warum dann nicht auch eine kleine Hütte bauen, damit die Obdachlosen dort auch vor Niederschlägen geschützt sind? Das wäre Menschlichkeit, das wäre eine Gesellschaft, die menschlich kompatibel wäre.