Svens kleiner Blog

Nicht wegen Geld, nicht wegen Ruhm, nicht wegen Aufmerksamkeit sondern einfach nur so ;-)

In Japan geht die Welt unter und unsere Parteien nutzen das für den Wahlkampf hier in Deutschland. Ich finde das wirklich traurig, aber solange das die Menschen auch noch mitmachen, wird es wohl immer Wahlkampf auf den Rücken von Katastrophen geben.

Frau Merkel zum Beispiel nimmt jetzt einfach mal einige Atomkraftwerke vom Netz, weil, ja warum eigentlich? Was hat sich in Deutschland jetzt geändert? Ein Erdbeben mit der Stärke, wie es in Japan stattgefunden hat, erwarten wir nicht wirklich in Deutschland und alle anderen Gefahren waren vorher auch schon da. So hätte auch schon vor diesem Erdbeben ein Flugzeug in die Atomkraftwerke fliegen können, um jetzt einfach mal ein Beispiel zu bringen. Wenn Frau Merkel erst jetzt sieht, dass man Atomkraft nicht beherrschen kann, dann frage ich mich wirklich, in welcher Welt sie vorm letzten Freitag gelebt hat? Da ich aber davon ausgehe, dass sie vorher nicht in einer Traumwelt gelebt hat, gehe ich davon aus, dass es alles nur Wahlkampf ist.

Frau Merkel musste jetzt reagieren, damit sie in den nächsten Wochen keine Wahlniederlagen hinnehmen muss. Sie musste reagieren, nachdem sie ein Gesetz zur Laufzeitverlängerung auf den Weg gebracht hat, von welchem sie und ihre Koalitionspartner überzeugt waren. Und ich bin mir sicher, dass sich an diesem Gesetz auch nicht viel ändern wird. Ich gehe sogar soweit und spiele heute einmal Hellseher:

 

Jetzt werden erst einmal ein paar Atomkraftwerke vom Netz genommen, welche aber nicht dauerhaft abgeschaltet werden. Denn nach der „Beratungsrunde“, welche erst einmal für mehrere Monate angesetzt wurde, wird herauskommen, dass die meisten Atomkraftwerke sicher sind. Aber es wird auch ein wenig Wahlkampftaktik dabei sein, indem man zwei bis drei Atomkraftwerke opfert und dauerhaft abgeschaltet lässt. Diese Laufzeitverkürzung wird Frau Merkel aber ausgleichen, indem sie den Energiekonzernen erlaubt, dass diese Laufzeiten auf die anderen Atomkraftwerke umgelegt werden.

 

Was meint ihr, bin ich zu pessimistisch? Oder bin ich vielleicht sogar viel zu optimistisch? Mich würde eure Meinung zu diesem Thema interessieren.

Es gibt aber natürlich noch die andere Seite, die Opposition, welche dieses Thema auch in ihren Wahlkampf mit aufnimmt. Die Diskussion über den Atomausstieg wurde ja schon geführt, aber sie ist durch diese Katastrophe schärfer geworden, und hier frage ich mich, ob das nötig ist? Die Opposition hätte jetzt erst einmal ihre Klagen gegen das Atomgesetz durchboxen sollen und hätte dann mit diesem Erfolg oder Misserfolg in den Wahlkampf ziehen können. Das Urteil kommt aber natürlich erst nach den Landtagswahlen, welche die Opposition natürlich gewinnen möchte. Da kommt jetzt diese Katastrophe natürlich richtig, denn so kann man mit der Angst der Wähler spielen, nicht umsonst schimpft die SPD, dass das Vorgehen der Regierung nur Wahlkampftaktik ist.

Ich finde immer noch, dass der Wahlkampf mit Themen geführt werden muss, welche das Bundesland betreffen. Die Atompolitik wird vom Bund gemacht, und hier findet die Wahl erst 2013 statt.

 

Heute habe ich mir bei der Physikalischen Gesellschaft hier in Berlin einen Vortrag über die Nachhaltige Nutzung der Kernenergie angeschaut. Dabei wurde als erstes über die „Altlasten“ wie der derzeitige Atommüll und über den Atommüll der noch entsteht, gesprochen. Dann habe wir einen Ausblick in die neuen Techniken bekommen, der mich auch etwas nachdenklich über die Diskussion in Deutschland gestimmt hat.

Zum einen gibt es ja die Möglichkeit die Brennstäbe zu „recyclen“, dass ist ja nichts neues, aber was neu ist, dass es hier Techniken gibt die mehrere Wiederverwendungen ermöglichen würden und welche den Atommüll der am Ende übrig bleibt, so beschaffen würde, dass die Strahlenwerte innerhalb von wenigen Hundert Jahren wieder auf den Stand der natürlichen Uranstrahlung zurück gehen würde. Die Alternative, welche wir bei der derzeitigen Endlagerung haben, sind 130.000 Jahre. Es ist also ein riesiger Unterschied und würde die Zeitspanne, in welcher man für die Sicherheit der Endlager sorgen müsste, deutlich verringern. Es wäre also wünschenswert diese neuen Technologien auf diesen Müll, der derzeit besteht, anzuwenden. In Deutschland wäre das allerdings nicht möglich, da hier ein Verbot zur Wiederaufbereitung besteht.

Ich bin auch gegen die Gefahren der Kernenergie-Nutzung, wenn es aber Möglichkeiten gibt den Endmüll weniger lange Strahlen zu lassen, dann würde ich die auch gerne genutzt wissen. Es würde sicher die Laufzeiten der Atomkraftwerke verlängern, aber das ist mir echt lieber, als über 130.000 Jahre zu hoffen, dass es keine großen Erdbeben oder sonstige Dinge in der Region um das Endlager gibt. Ich meine, mir wäre das egal, solange Lebe ich nicht, aber nachfolgende Generationen eventuell schon 😉 Auch ist die Abschaltung der Kernreaktionen sehr Sinnlos, solange andere Länder um uns herum diese Technik noch anwenden und ausbauen.