Svens kleiner Blog

Nicht wegen Geld, nicht wegen Ruhm, nicht wegen Aufmerksamkeit sondern einfach nur so ;-)

Mehr Überwachung, mehr Kontrollen, mehr Abschottung, dies sind die Schlagworte, über die gerade in den Medien diskutiert wird. Über die immer diskutiert wird, wenn irgendwo in Europa etwas passiert. Warum diskutieren wir aber nicht mal über Waffenexporte, Armut, Ausbeutung von Rohstoffen durch westliche Firmen und Angst? Warum diskutieren wir nicht über die Perspektivlosigkeit, die dazu führt, dass Menschen ihre Zukunft und die Zukunft ihrer Familie bei Terrororganisationen suchen? Warum reden wir nicht über den rechten Terror hier in Deutschland? Über die brennenden Unterkünfte, die für geflüchtete Menschen gedacht waren? Über Übergriffe, die eben auch dazu führen, dass die Menschen, die schon hier in Deutschland sind, sich auch noch in die Fänge von Terrororganisationen begeben?

Darüber schweigen wir lieber, weil wir uns dann eingestehen müssten, dass wir den Terror, der jetzt zurück kommt, selbst exportiert haben. Es ist leichter gegen geflüchtete Menschen zu hetzen, da dadurch die Mitschuld an dem, was in der Welt passiert, was somit zwangsläufig auch bei uns passiert, nicht sichtbar wird.

Damit werden wir den Terror auf dieser Welt aber nicht besiegen können. Wir können ihn nur besiegen, wenn wir statt Waffen Menschlichkeit exportieren. Wir, also der Teil der Welt, der in Wohlstand lebt, müssen dafür sorgen, dass kein Mensch mehr hungern muss. Wir müssen Solidarität leben und nicht Ausbeutung. Wir müssen verhindern, dass Menschen wegen Rohstoffen vertrieben werden. Enteignet, damit wenige Menschen noch mehr Profit erwirtschaften und noch mehr Geld anhäufen können.

Mehr Überwachung, mehr Kontrolle, mehr Abschottung wird den Terror nicht besiegen, genauso wenig wie Bomben und Kriege – die gegen den Terror helfen sollen – das schaffen werden.

Die ganzen Terrororganisationen profitieren von unserem System. Sie zahlen Sold an Menschen, die sonst keine Möglichkeit hätten, ihre Familie zu ernähren. Und jetzt muss sich jeder von uns Fragen: Was würde ich tun, um meine Familie zu ernähren? Terror oder Hunger? Vielleicht sterben oder ganz bestimmt sterben?

Wir könnten das ändern! Wir könnten den Hunger besiegen und somit verhindern, dass sich Menschen dazu entscheiden, zu Terrororganisationen zu gehen. Ganz bestimmt ist dadurch die Terrororganisation noch nicht gestoppt, da es den Anführern nicht ums Geld geht. Denen geht es um Macht! Gestoppt wäre aber der Zulauf von verzweifelten Menschen, die das nicht aus Überzeugung machen sondern aus Verzweiflung. Und damit wäre schon viel erreicht, denn dadurch wären die vielen Selbstmordattentäter schon einmal weg. Denn die Anführer wollen, wie oben schon erwähnt, Macht und nicht selbst sterben.

Lasst uns doch also einmal darüber diskutieren, wie wir Menschlichkeit exportieren können. Lasst uns darüber reden, wie wir eine solidarische Weltgemeinschaft werden, die nicht aus Neid, Missgunst, Hunger und Angst besteht. Erst wenn wir darüber sprechen, erst dann beginnen wir wirklich mit dem Kampf gegen den Terror.

Lasst uns in ein Land reisen, in dem es derzeit nicht so rosig aussieht. Durch gierige Heuschrecken, ist in diesem Land die Ernte in den letzten Jahren viel zu knapp ausgefallen, sodass die Bevölkerung des Landes nicht ausreichend versorgt werden kann. Die Heuschrecken versuchen sogar noch an die letzten Lebensmittel des Landes zu kommen, weil sie mit dem, was sie bisher erbeutet haben, nicht zufrieden sind.

In diesem Land lebt das Meerschweinchen Donat. Donat ist noch jung, aber schon ohne Familie, da diese durch Krankheit oder durch Gewalt getötet wurde. Bisher konnte Donat sich aber ziemlich gut versorgen, zumindest war das so, bis die Heuschrecken über das Land gekommen sind. Jetzt hat auch das junge Meerschweinchen Probleme damit, genügend Nahrung zu finden und wenn es mal was findet, dann kommt nicht selten eine Heuschrecke, die etwas von dem abhaben will, was er gefunden hat. Und es bleibt ihn meist auch nichts anderes übrig als den geforderten Teil abzugeben, denn die Heuschrecken haben mit den Meerschweinchen Verträge abgeschlossen, in denen genau das geregelt ist. Und so kann Donat nichts machen, wenn er nicht ins Gefängnis will, obwohl er es locker mit einer solchen Heuschrecke aufnehmen könnte.

Nun hat Donat aber gehört, dass es ein Land gibt, in dem es für alle Bewohner genügend Nahrung gibt. Es gibt dort nicht nur genügend Nahrung, sondern es gibt dort zu viel Nahrung, weswegen ein großer Teil einfach vernichtet wird. So haben es Donat zumindest die anderen erzählt, die in den letzten Jahren das Land verlassen haben, um in das Land zu kommen, wo es zu viel Nahrung gibt. Und da von diesen keiner mehr zurückgekehrt ist, möchte sich auch Donat jetzt auf den Weg in dieses Land begeben. Er ist sich sicher, dass er in einem solchen Land willkommen ist und er ist überzeugt, dass er eines Tages wieder in seine Heimat kann, sobald die Heuschrecken weg sind und sein Land wieder genügend Nahrung für die eigenen Bewohner hat.

Donat machte sich also auf den Weg und verließ seine Heimat. Ihm war nicht wirklich wohl dabei, denn an diesem Ort hier wurde er damals geboren, hier liegt seine Familie begraben und hier hat er seine Freunde. Die meisten von ihnen wollen sich nicht mehr auf eine solch gefährliche Reise begeben, weswegen Donat sie hier zurücklassen muss. Aber dadurch, dass er weggeht, bleibt für seine Freunde mehr Nahrung übrig, weswegen Donat auch mit dem Gefühl geht, etwas Gutes zu tun. Dementsprechend motiviert ging das Meerschweinchen seine Reise auch an und so kam ihn der erste Tag auch gar nicht so lang vor.

Am Abend merkte Donat dann aber, dass er Hunger hat und so machte er sich auf die Suche nach Nahrung. Erst fand er nichts, doch dann kam er an eine Hütte, in der eine ältere Meerschweinchen-Frau lebte. Er sah die Hütte sehnsüchtig an, da er inzwischen auch ziemlich Müde war und er dort in der Hütte einen gemütlichen Schlafplatz vermutete. Plötzlich wurde Donat von der älteren Frau angesprochen. Er hatte sie gar nicht kommen hören, weswegen er auch leicht zusammenzuckte. Die ältere Frau lachte freundlich und wollte wissen, was er denn um diese Zeit hier draußen machte. Eigentlich konnte sie es sich schon denken, denn hier sind schon so viele junge Meerschweinchen durchgekommen, aber da sie sich gerne unterhält, fragt sie immer wieder nach und immer wieder wird ihr dieselbe Geschichte erzählt. Sie bot Donat an, bei ihr zu übernachten. Zusätzlich bot sie ihm einen Teller Suppe an, eine gute, starke Suppe, die ihn für den nächsten Tag stärken würde. Natürlich nahm Donat die Einladung an, auch wenn er nicht wusste, wie er sich bei der älteren Frau bedanken sollte.

Während die alte Frau die Suppe aufwärmte, erzählte sie Donat so einige Geschichten. Geschichten von Früher, Geschichten von der Heimat, bevor die Heuschrecken hier eingefallen sind und die Macht übernommen haben. Donat kann sich auch noch an die letzten Jahre erinnern, bevor die Heuschrecken kamen. Aber das ist Vergangenheit, denn jetzt sind die Heuschrecken hier im Land und das Leben, dass er damals leben durfte, ist vorbei.

Am nächsten Tag bereitete die ältere Frau noch ein Frühstück für Donat zu. Danach wünschte sie ihm noch eine gute Reise, bevor sich die Wege der beiden trennten.

Donat war noch mehrere Tage unterwegs, bevor er an die Grenzen des Landes kam, in dem es so viel Nahrung geben soll, dass sogar ein Teil davon vernichtet wird. In diesen Tagen traf er auf viele andere Meerschweinchen, die ihm einen Schlafplatz und etwas zu Essen anboten. Er traf sogar alte Bekannte wieder, die sich vor langer Zeit auf diese Reise begeben hatten. Sie hatten aufgegeben und sind dann gleich an dem Ort geblieben, weil sie auch keine Lust mehr hatten, in ihre alte Heimat zurückzukehren. Alle wünschten ihm eine gute Reise und nun war Donat endlich an der Grenze angekommen.

Das junge Meerschweinchen dachte, dass es jetzt einfach die Grenze Überquerren könnte, aber dem war nicht so. Überall war ein riesiger Zaun, den er weder überwinden konnte, noch gab es eine Lücke in diesem Zaun. Was er aber sah, waren Berge von Lebensmittel, die hinter dem Zaun lagen und die dort verrotteten. Und er sah dort Heuschrecken in Uniform, die diese Berge von Lebensmitteln bewachten. Er sah, wie die Heuschrecken über ihn lachten, und als er nach ihnen rief, lachten sie noch mehr. Donat hatte hunger, doch auf seiner Seite des Zauns gab es nichts, was er hätte essen können. Und die Heuschrecken auf der anderen Seite wollten ihm auch nichts geben, sie sagten, dass diese Lebensmittel unbedingt verrotten müssten, weil das die Gesetze ihres Landes so vorsahen.

Donat war verzweifelt. Er wollte unbedingt in dieses Land. Nein, eigentlich wollte er nicht in dieses Land, er wollte nur die Nahrung, die dort so sinnlos verrottete und er wollte wissen, warum die Heuschrecken die Nahrung aus seiner Heimat holten, obwohl sie doch selbst genügend hatten. Doch er bekam keine Antwort.

Er fand es ungerecht, und weil er diese Ungerechtigkeit nicht einfach hinnehmen wollte, lief er Tage lang am Zaun auf und ab, er wollte unbedingt einen Weg in dieses Land finden. Er war so darin vertieft, dass ihm gar nicht auffiel, dass er schon seit Tagen nichts mehr gegessen hatte. Doch Meerschweinchen brauchen Nahrung, und so brach Donat eines Tages einfach zusammen. Er verhungerte vor einem Zaun, hinter dem genügend Nahrung lag, um seinen ganzen Heimatort ein ganzes Jahr lang zu versorgen. Donat hörte die Heuschrecken ein letztes Mal lachen, bevor er seine Augen für immer schloss.

Durch das Buch „Alles Grün und Gut?“ (Amazon Partnerlink) von Dirk Maxeiner und Michael Miersch bin ich mal wieder auf das Thema Gentechnik und Nutzpflanzen aufmerksam geworden. Auf meinungsschauspieler.de veranstalte ich zu dem Thema eine Blogparade und dieser Artikel hier soll nun mein Beitrag dazu werden.

Tomatenpflanzen

Ich lehne Gentechnik nicht ab!

 

Als Erstes muss ich wohl erst einmal ein Geständnis machen: Ich lehne Gentechnik nicht ab! Ich sehe in der Gentechnik Chancen, um alle Menschen auf dieser Erde mit Lebensmittel zu versorgen. Ja, derzeit haben wir sogar eine Überproduktion an Lebensmitteln, die nur richtig verteilt werden müssten, damit keiner mehr hungern muss. Aber die Weltbevölkerung wächst ja nach wie vor und damit würde auch die Fläche wachsen, die benötigt wird, um alle Menschen mit Lebensmitteln zu versorgen. Doch da sehe ich schon das erste Problem. Wenn sich unsere Ackerflächen weiter ausdehnen, bleibt für die Tierwelt weniger Platz. Es würde also wieder auf eine Verdrängung hinauslaufen, die natürlich der Mensch gewinnen würde.

Und genau deswegen sehe ich in Gentechnik Chancen. Sie kann dafür sorgen, dass mehr Lebensmittel auf weniger Fläche entstehen können, was wiederum dazu beiträgt, dass mehr Fläche für die Tiere erhalten bleibt. Und ja, ich sehe es auch durchaus positiv, wenn Pflanzen dadurch so verändert werden, dass sie auch in trockenen Gebieten wachsen können oder das sie immun sind gegen Krankheiten und Pilzen.

Wer sind wir, dass wir lieber Menschen verhungern lassen, als die Technik zu nutzen, hier eine Versorgungssicherheit herzustellen? Eine Versorgungssicherheit, die Biolandbau gar nicht bieten kann, da er dazu sehr viel größere Flächen benötigen würde, von Missernten durch Pflanzenseuchen mal ganz abgesehen? Solange es für die Umwelt, die Tiere und natürlich auch für uns Menschen unschädlich ist, solange sehe ich nicht, warum wir das Recht haben sollten, uns gegen Gentechnik zu stellen.

Der Mensch greift seit Jahrtausenden in die Umwelt ein, er züchtet schon ewig Pflanzen, die mit der natürlichen Form nicht mehr viel zu tun haben und bisher hat sich keiner darüber aufgeregt. Schon deswegen nicht, weil diese Eingriffe dafür sorgen, dass wir heute genügend Lebensmittel haben und wir auch nicht hungern müssen, wenn wir wieder mal ein Jahr mit Missernten haben. Wir sollten vielleicht auch nicht vergessen, dass die Natur selbst das größte Gentechniklabor auf dieser Erde ist.

Glauben wir nun an Gott oder nicht?

 

Einer der größten Einwände gegen Gentechnik ist, dass wir uns nicht in die Schöpfung einzumischen hätten. Ganz ehrlich? Ich glaube nicht an diese Schöpfung. Das Leben auf dieser Erde hat sich zufällig entwickelt und zufällig sind dabei auch wir entstanden. Und wenn ich nicht an die Schöpfung glaube, dann kann auch Gentechnik kein Eingriff in diese Schöpfung sein.

Viele Menschen behaupten ja inzwischen von sich, dass sie nicht an Gott glauben, aber dort, wo ihnen dieser Glaube Vorteile in ihrer Argumentation bringt, dort sind sie auf einmal streng gläubig. Nein, ich kann das nicht ernst nehmen, aber doch, auch ich habe Bedenken gegenüber der Gentechnik, die schon allein in der Veranlagung der Menschen liegen.

Wir nutzen Technik nicht nur, um Gutes zu tun.

 

Einer meiner Bedenken ist, dass wir Menschen Technik bisher noch nie nur dazu genutzt haben, um Gutes zu tun. Warum sollte dies mit Gentechnik anders sein? Und ja, Gentechnik kann ganz sicher auch militärisch genutzt werden, und ich bin mir ziemlich sicher, dass sie auch dazu genutzt werden wird. Und genau das ist der Punkt, an dem ich Angst bekomme. Nur, auch wenn wir Gentechnik verbieten, das Militär wird sich die Forschung in diesem Bereich nicht verbieten lassen und es wird die Ergebnisse auch nicht verstecken, sondern es wird diese anwenden, sobald es die Möglichkeit dazu hat. Ein Verbot wird also nicht dazu beitragen, eine militärische Nutzung dieser Technologie zu verhindern, weshalb ich darin keine Begründung sehe, die zivile Nutzung zu unterdrücken.

Wenige Unternehmen haben die Gewalt über das Saatgut

 

Ein größeres Problem habe ich damit, dass das gentechnisch veränderte Saatgut in den Händen von privaten Unternehmen ist. Das ist schon deswegen ein Problem, weil dieses Saatgut meist nicht in der Lage ist, sich fortzupflanzen. Das Saatgut muss jedes Jahr neu gekauft werden, was die Menschen in die Abhängigkeit von privaten Unternehmen treibt und was ebenso dazu führt, dass diese Unternehmen dadurch in der Lage sind, Staaten und Menschen zu erpressen. Allerdings ist dieses Problem durchaus lösbar, indem diese Unternehmen verstaatlicht werden und jeder Staat zugriff auf dieses Wissen hat, um das Saatgut selbst herstellen zu können.

Verdrängung von „normalen“ Pflanzen und Tieren

 

Natürlich besteht auch die Gefahr, dass durch gentechnisch veränderte Pflanzen andere Pflanzen verdrängt werden, die vorher natürlich in der Natur vorkamen. Das würde sich dann nicht nur auf die Pflanzenwelt auswirken, sondern eventuell auch auf die Tierwelt.

Und natürlich könnten die veränderten Pflanzen auch direkt in die Tierwelt eingreifen, indem sie Abwehrstoffe gegen Schädlinge entwickeln, die eigentlich gar keine sind oder die zum Beispiel Nahrungsgrundlage für Vögel und andere Tiere sind.

Fazit

 

Auch ich habe durchaus Bauchschmerzen bei der Gentechnik, wenn ich an die Nebenwirkungen denke, die durchaus auftreten können, aber dennoch ist Gentechnik auch eine Chance, die wir nicht einfach vergeuden dürfen. Wir sollten die Gentechnik dazu nutzen, um die Lebensqualität der Menschen und der Tiere zu verbessern, dabei aber Verhindern, dass das Wissen darüber nur auf wenige Menschen konzentriert ist.

In Berlin versuchen gerade Flüchtlinge, ihre Lebensbedingungen in Deutschland zu verbessern. Sie fordern Verbesserungen am Asylrecht und sind dafür sogar in den Hungerstreik getreten. Und dann gibt es irgendwelche Leute, die Sätze raushauen wie: „Sie müssen nicht in Deutschland bleiben, wenn es ihnen nicht gefällt.“ oder „Wenn es den Flüchtlingen in Deutschland nicht gefällt, können sie doch in ihre Heimat zurückkehren.“

Bei solchen Sätzen bekomme ich immer einen Hals, ich könnte die Leute anschreien, ich würde sie gerne wachrütteln, die Ignoranz aus ihrem Geist verbannen. Denn sie vergessen immer, dass diese Menschen nicht aus Spaß ihre Heimat verlassen. Es gibt Gründe dafür, dass sie dies tun. Sei es Hunger, Krieg, Armut oder eben irgendein anderer Grund, der dafür sorgt, dass die Menschen ihre Heimat verlassen. Die meisten gehen nicht, weil es ihnen Spaß macht, sie gehen, weil sie eine Zukunft suchen. Die meisten würden wohl lieber bei ihrer Familie bleiben, nehmen aber den Weg nach Europa in Kauf, um dort Geld zu verdienen, mit dem sie ihre Familie in der Heimat unterstützen können.

Und dann vergessen diese Menschen auch gerne, dass wir auch verantwortlich für die Lage in vielen dieser Länder sind. Viele westliche Unternehmen haben dort die Natur zerstört, die Umwelt verschmutzt – sie haben die Lebensbedingungen in diesen Ländern verschlechtert und nicht verbessert. Auch der IWF hat seinen Teil dazu beigetragen, dass sich dort in den letzten Jahrzehnten nicht wirklich viel entwickeln konnte. Und auch die EU hat ihren Teil dazu beigetragen, in dem sie durch billige Lebensmittel die einheimische Landwirtschaft in die Knie gezwungen hat.

Das sind die neueren Entwicklungen, da ist das Leid, welches wir zu Kolonialzeiten in diese Länder gebracht haben. All das vergessen wir! Wir überlegen gar nicht, dass wir auch unsere Verantwortung für die Lebensbedingungen tragen. Wir haben auch eine Verantwortung dafür, dass die Wirtschaft in diesen Ländern am Boden liegt, wir haben auch eine Verantwortung für Kriege, die derzeit in einigen dieser Länder wüten, aber diese Verantwortung schieben wir gerne von uns.

Wir wollen lieber den Flüchtlingen diese Verantwortung geben. Sie sollen doch lieber in ihrem Land etwas aufbauen. Sie sollen dort dabei helfen, dass etwas entsteht, sie sollen aber nicht nach Deutschland kommen, um hier eventuell das Geld zu verdienen, um in ihrem Land etwas aufzubauen.

Sicher müssen auch andere Dinge angegangen werden. In den Ländern müssen Bedingungen geschaffen werden, dass diese Menschen nicht mehr flüchten müssen. Die Menschen müssen einen freien und kostenlosen Zugang zur Bildung bekommen, damit sie dort etwas aufbauen können. Ebenso müssen sie die finanzielle Unterstützung bekommen, um Unternehmen zu gründen. Kurz gesagt, sie brauchen Unterstützung, damit sie den Wissensrückstand aufholen können, den sie derzeit haben.

Und es muss dafür gesorgt werden, dass die Menschen in ihren Ländern mehr von den Produkten profitieren, die dort angebaut werden. Der Großteil der Gewinne, welche zum Beispiel durch Kaffee erwirtschaftet werden, muss in den Ländern bleiben, muss den Menschen dort zugutekommen.Was natürlich bedeuten würde, dass der Kaffee teurer wird und das die multinationalen Unternehmen weniger Gewinne für sich behalten können.

Dazu gehört auch, dass in diesen Ländern Umweltstandards eingehalten werden und das die Wirtschaft geschützt wird, welche gegen die westliche Wirtschaft einfach keine Chance hat. Es sollten also nur noch Produkte an diese Länder verkauft werden, welche sie nicht selbst herstellen können, oder welche eben nicht in ausreichender Menge produziert werden können.

Natürlich müssen auch interne Probleme gelöst werden, aber das ist nichts, was wir ändern können. Das ist etwas, was sich ändert, sobald die Bedingungen dafür geschaffen sind.

Aber all das liegt in der Zukunft. In der Gegenwart brauchen diese Menschen Hilfe, und weil wir eine Mitverantwortung für diesen Zustand tragen, haben wir auch die verdammte Pflicht diesen Menschen zu helfen. Und Hilfe ist eben nicht, diese Menschen wieder nach Hause zu schicken, nur weil sie uns zu unbequem sind.

Quellen:

 

Links zum Thema:

Ich kann mich noch an einen Film erinnern, den ich zu meiner Schulzeit in der Schule gesehen habe. Es ging um die Lebensmittelpolitik der EU und wie sie jährlich Hunderttausende Tonnen Lebensmittel vernichtet. Da waren leckere Äpfel, die man ohne Probleme hätte essen können, Kartoffeln und noch viele andere Lebensmittel. Ich war schockiert, denn auf der anderen Seite hatte ich Bilder von afrikanischen Kindern im Kopf, die unter Hunger litten. Kinder, bei denen man jeden einzelnen Knochen sehen konnte. Für mich war nicht verständlich, warum die EU Lebensmittel vernichtet, obwohl es Menschen gibt, welche diese Lebensmittel brauchen.

Auch heute ist mir das noch nicht verständlich! Fast jeder siebte Mensch auf unserer Erde hungert. Das sind bei knapp 7 Milliarden Menschen, welche sich auf unserer Welt befinden, 1 Milliarde Menschen die hungern. Auf der anderen Seite stehen dann 1,3 Milliarden Tonnen Lebensmittel, welche jährlich nicht auf dem Teller landen, weil sie vorher vernichtet werden. Das sind knapp 1/3 der jährlichen Lebensmittelproduktion, die nicht gegessen werden.

In Deutschland sind es immerhin 11 Millionen Tonnen Lebensmittel, die nicht gegessen werden. Einen Großteil davon werfen die privaten Haushalte weg, aber auch der Einzelhandel und der Großhandel muss Lebensmittel entsorgen, die nicht verkauft werden konnten.
Schuld daran ist unsere Art zu leben. Wir wollen zu jeder Zeit in die Kaufhalle gehen können, um dort die Dinge zu kaufen, auf die wir gerade Lust haben. Wenn wir zum Bäcker gehen, dann wollen wir auch am Abend noch frisches Brot haben, auch wenn der Bäcker nur noch 5 Minuten offen hat. Das bedeutet natürlich, dass der Bäcker bis zum Abend auch noch frisches Brot vorrätig haben muss, von dem dann aber meist nicht alles verkauft wird. Auch die Kaufhallen müssen möglichst viel Obst und Gemüse vorrätig haben und davon dann auch nicht nur eine Sorte, sondern möglichst fünf verschiedene Sorten Kartoffeln, 10 verschiedene Sorten Äpfel und, und, und. Diese werden natürlich nicht alle verkauft, und so landen die am Ende auch auf dem Müll, obwohl sie wohl noch essbar wären. Das gilt übrigens auch für Wurst, Fleisch und viele andere Lebensmittel.
Würde jetzt aber eine Einzelhandelskette ihr Sortiment ausdünnen und nur noch eine Sorte Kartoffeln anbieten, wären viele Kunden wohl nicht mehr bereit dort einzukaufen.

Wir wissen nicht wirklich, was Hunger ist, wir sind es gewöhnt, dass wir, wenn wir Hunger auf Bananen haben, diese auch kaufen können. Wir wollen auch am Abend noch frisches Brot haben und machen uns keine Gedanken darüber, was das eigentlich bedeutet.
Wir sind zwar kurz geschockt, wenn wir in den Nachrichten hören, dass wir 11 Millionen Tonnen Lebensmittel wegwerfen, aber wir sind dennoch nicht bereit, etwas an unseren Lebensstil zu ändern. Wir wollen nicht verzichten, wir wollen weiter verschwenden. Ein voller Kühlschrank bedeutet Sicherheit, auch wenn die Hälfte der dort gelagerten Lebensmittel dann wohl weggeworfen wird.

Einen Vorwurf kann man wohl niemanden machen, denn wir haben es so gelernt. Wer in der Stadt lebt, der weiß kaum noch, wo die Lebensmittel eigentlich herkommen. Vielen ist nicht einmal bewusst, dass Lebensmittel nur begrenzt zur Verfügung stehen und das unser Konsumverhalten anderen Menschen schadet. Wie auch? Selbst wenn wir auf unseren Konsum achten würden, würden die Lebensmittel immer noch nicht gerecht verteilt werden. Die Menschen in Afrika würden wohl weiterhin hungern, obwohl wir genügend Lebensmittel produzieren könnten. Grund ist das System, in welchem wir leben. Die Umverteilung würde nur gelingen, wenn sie irgendjemanden Profit bringen würde. Nur leider hungern die Menschen in Afrika ja nicht nur, sondern sie haben auch kein Geld, um diesen Zustand zu verändern.

Wir Menschen müssen wohl noch einen langen Weg gehen, bevor es wirklich allen Menschen auf dieser Erde gutgeht. Wir müssen die Entwicklung rückgängig machen, welche die Menschheit gegangen ist. Wir müssen vom Egoismus wegkommen und wieder mehr Wert auf die Gemeinschaft legen. Solange soviel Essen vernichtet wird, solange sollte auf dieser Welt auch niemand hungern müssen. Solange die Mehrheit der Menschen aber daran glaubt, dass die Menschheit nur überleben kann, solange man den maximalen Profit erzielt, solange werden auch viele Menschen hungern müssen.