Svens kleiner Blog

Nicht wegen Geld, nicht wegen Ruhm, nicht wegen Aufmerksamkeit sondern einfach nur so ;-)

Ich wollte doch nur Gedichte schreiben,
wollte Gefühle aneinander reiben.
Ich wollte doch nur Geschichten erzählen;
wollte meine eigenen Welten auswählen.

Das Jahr ist fast zu Ende. Ein Monat noch und 2011 ist Geschichte. Es gibt so einige Dinge, die ich in den 31 Tagen, die noch bleiben, noch erledigen muss. Eines dieser Dinge ist, dass ich mir einen neuen Wandkalender für 2012 besorgen muss. Für 2011 hatte ich einen, den ich mit meinen eigenen Fotos gestaltet hatte, 2012 soll auch wieder so einer her, allerdings war ich mir bisher noch nicht bewusst, wie dieser aussehen soll. Heute früh, auf dem Weg nach Hause, kam mir dann die Idee. Ich könnte in den Kalender meine Gedichte drucken lassen. Jeden Monat ein Gedicht, 12 Gedichte also insgesamt. Ich muss sagen, mir gefällt diese Idee immer mehr, weswegen ich mir auch schon Gedanken über die Umsetzung gemacht habe.

Als Erstes dachte ich mir, ich könnte die Gedichte einfach so abdrucken, ohne irgendwas zusätzlich zu machen. Allerdings finde ich diesen Gedanken dann doch irgendwie langweilig, weswegen mir als Nächstes die Idee kam, die Gedichte mit Bildern zu untermalen. Gedichte in Verbindung mit den richtigen Bildern untermalt, wirken einfach sehr viel besser, als wenn man die Gedichte einfach nur auf weißem Untergrund abdrucken lässt. Mein Problem sind allerdings die Bilder!

Wie sucht man die Bilder so aus, dass sie zum Gedicht passen? Und wie gestaltet man das Ganze dann am besten? Ich meine, wenn man Gedichte mit Bildern untermalt, dann muss ja nicht nur das Bild passen, sondern auch die Schriftfarbe, die Schriftgröße und die Schrift selbst. Nur wenn all das zusammenpasst, wirkt das Gesamtbild und nur dann sieht der Kalender wirklich gut aus. Problem ist nur, dass meine grafischen Ambitionen eigentlich gleich null sind. Sicher gibt es Dinge, die mir im ersten Moment gefallen, die ausgedruckt dann aber anders wirken und die dann eben nicht zusammenpassen. Wer hier Ideen und Tipps hat, darf gerne hier kommentieren ;-).

Ich weiß, ich kenne meine Gedichte, aber ich lese sie selbst viel zu selten. Deswegen gefällt mir die Idee so gut und deswegen würde ich sie auch gerne umsetzen. Vielleicht wird so ein Kalender ja auch zum Weihnachtsgeschenk für den ein oder anderen aus meiner Familie, wenn er mir in der Endversion gefällt, könnte das durchaus sein ;-).

Du läufst durch die Welt,
hast kein Glück, hast kein Geld.
Versuchst zu verstehn,
doch die Jahre vergehn.
Fragst dich, wo die Zeit geblieben ist,
und warum du immer noch alleine bist.

Und nun sitzt du hier, auf einem kalten Stein,
fühlst dich dreckig, verlassen und klein.
Fragst dich nach dem, was Leben ist,
und wunderst dich, dass du voll mit Fragen bist.

Auf der Suche nach Liebe bist du rumgerannt,
hast dabei viele Jahre deines Lebens verbrannt.
Fühlst dich nicht mehr wohl in deiner Haut,
fühlst dich sinnlos, fühlst dich verbraucht.
Würdest gern mit beiden Beinen im Leben stehn,
doch du kannst das Leben gar nicht verstehen.

Und nun sitzt du hier, auf einem kalten Stein,
schaust in das Leben der anderen rein.
Verstehst nicht, warum du nicht Leben kannst,
und warum du nie der Traurigkeit entrannst.

Gefunden hast du die Liebe nie,
da war nie die Richtige, da war nie Sie.
Und darum sitzt du traurig da und denkst,
warum die Welt immer noch am Himmel hängt.

Wenn ich Sarah wär, würde ich Gedichte über Frauen schreiben.
Ich würde Aktion-Mensch-Aktivisten in die Enge treiben.
Ich würde über beide Ohren strahlen,
und mit meinem Freund Daniel prahlen.
Wenn ich Sarah wär, würd‘ ich sagen, was ich sagen will.
Wenn ich Sarah wär, wär ich garantiert nicht still.

Wenn ich Daniel wär, würde ich duch H-Town jagen.
Würde mein H-Town-Gedicht beim Poetry-Slam aufsagen.
Ich würde den ganzen Tag die Sarah ansehen,
und wär sie nicht da, würde ich vor Sehnsucht am Fenster stehen.
Wenn ich Daniel wär, wär ich der glücklichste Mensch auf Erden,
ich würde garantiert nicht einsam sterben.

Wär ich ich, was ich ja nun einmal bin,
war in mir weder Daniel noch Sarah drin.
Wenn ich ich wär, würd ich hier vorne stehn,
würde ängstlich in die Runde sehn,
und wär stumm…

Das war einfach mal ein Versuch, der mir bei einem Poetry-Slam eingefallen ist. Da sind Daniel und Sarah übrigens meisten die Veranstalter, sodass es sich nicht um fiktive Personen handelt. Natürlich kenne ich die beiden eigentlich gar nicht, also ist das Gedicht selbst schon fiktiv.

Auf mehrfachen Wunsch eines einzelnen Lesers gibt es hier jetzt einen Eintrag mit vielen Bildern und wenig Text. Und das mit den Bildern ist genial, denn die bewegen sich, wenn man auf den Pfeil klickt.

Bild eins (auch Video genannt 😉 ) : Keine Liebeslyrik

Bild zwei : Hunger (einer der Veranstalter bei den Poetry-Slams zu denen ich in letzter Zeit gehe)

Bild drei : Warum ich auf Facebook nicht gerne Spiele 😉

Und genau deswegen liebe ich Lyrik, weil man sie auch in Bildern vortragen kann, oder in Videos.

 

Ich wollte mir schon immer einmal einen Poetry Slam ansehen, hatte bisher aber noch nie die Zeit dafür. Am Mittwoch hat sich das geändert, denn da konnte ich mir einen Poetry Slam ansehen. Um genau zu sein, habe ich mir diesen im King Kong Klub angesehen, nachdem ich mich dort auf die Gästeliste schleichen konnte – vielen Dank hier noch einmal an die Veranstalter.

Meine erste Sorge war, dass ich wieder einmal viel zu spät losfahre und am Ende nicht im Klub erscheine. Und beinahe wäre ich auch wieder zu spät da gewesen, aber am Ende war ich doch noch fünf Minuten vor 21 Uhr im King Kong Klub. Hier sind mir als erstes die Bananen aufgefallen, welche vorne auf der Bühne auf einen Tisch lagen. Ich habe sie aber nicht weiter beachtet, wahrscheinlich sollten diese Bananen als Verpflegung für die Wettbewerber sein. Nachdem ich mir eine Cola gekauft hatte, suchte ich mir einen bequemen Platz auf einer Couch, welchen ich dann auch bis zum Ende der Veranstaltung nicht mehr verlassen habe.

Die Veranstaltung selbst begann dann erst weit nach 21 Uhr, sodass ich durchaus auch fünf Minuten später hätte kommen können. Auf die Gedichte selbst werde ich jetzt nicht eingehen, nur soviel, es waren eine Menge gute Gedichte dabei und ein paar, die mir nicht wirklich etwas gesagt haben.

Der Wettbewerb selbst bestand aus drei Vorrunden, in welchen jeweils vier Wettbewerber gegeneinander angetreten sind. Nein, ganz stimmt das nicht, in der letzten Vorrunde waren fünf Teilnehmer auf der Bühne. Weitergekommen ist allerdings auch in dieser Gruppe nur ein einzelner Teilnehmer, ebenso wie in den anderen beiden Vorrunden. Die Gewinner dieser Vorrunde traten dann im Finale erneut gegeneinander an, hier waren dann alle drei Gedichte auch wirklich klasse. Wer gewinnt, das entschied das Publikum durch seinen Applaus, ebenso wie das Publikum auch die Vorrundensieger bestimmte. Was ich noch erwähnen sollte, ist, dass die Teilnehmer nicht direkt gegeneinander angetreten sind, sondern jeder fünf Minuten hatte, um sein Gedicht vorzutragen. Weitere Regeln sind, dass keine Hilfsmittel erlaubt sind und nicht gesungen werden darf.

Als die Moderatoren dann den Abend eröffneten, kamen dann auch die Bananen ins Spiel. Einige davon flogen auf einmal durch den Raum, zum Glück nicht in meine Richtung. Das Glück verließ mich aber in einer späteren Pause, als mich so eine Banane dann doch am Arm erwischte, zum Glück ist es kein blauer Fleck geworden.

Die Atmosphäre im Klub war super, es war nicht zu voll, verstehen konnte man alles und das Publikum war die ganze Zeit über fair zu den Teilnehmern des Wettbewerbes. Etwas Negatives gab es auch, was aber nicht mit den Veranstaltern zu tun hat, sondern mit einem Teil des Publikums. Hier war eine zehnte Klasse dabei, von der selbst ein paar Schüler am Wettbewerb teilnahmen. Nachdem alle nach der Vorrunde ausgeschieden waren, entschied die Lehrerin die Veranstaltung zu verlassen und sich mit der Klasse auf den Heimweg zu begeben. Die meisten Schüler wollten zwar noch das Finale sehen, aber gegen die Entscheidung der Lehrerin kann man mit 16 nicht wirklich viel machen. Ich fand das von der Lehrerin unfair, denn die Gedichte der Schüler waren nicht wirklich schlecht, und es gab ein Stechen zwischen einen Schüler und einer anderen Teilnehmerin in der Vorrunde. Nun hatte die Teilnehmerin allerdings Geburtstag und dazu auch noch ein wirklich gutes Gedicht, weswegen am Ende auch die Teilnehmerin und nicht der Schüler (ebenfalls Teilnehmer) weiterkam. Übrigens gewann auch eben diese Teilnehmerin am Ende den Wettbewerb, nachdem wir sie in ein asiatisches Restaurant begleiten durften und einen gelben Wischlappen kennenlernten 😉 .

Insgesamt war es aber ein wirklich gelungener Abend, der nach einer Wiederholung schreit. Ist auch kein Problem, denn er findet jeden zweiten Mittwoch im Monat statt.