Svens kleiner Blog

Nicht wegen Geld, nicht wegen Ruhm, nicht wegen Aufmerksamkeit sondern einfach nur so ;-)

Nachdem ich euch jetzt ein paar Tage habe warten lassen, folgt nun der Artikel zur dritten Etappe. Nachdem ich ja am Mittwoch knapp 100 Kilometer geschafft hatte, waren am Donnerstag noch knapp 70 Kilometer zu absolvieren, um mein Ziel zu erreichen.

Schweriner See

Schweriner See

Das Aufstehen am Donnerstag viel ziemlich schwer, aber um kurz nach sieben habe ich mich dann doch aus dem Bett gequält. Es kündigte sich schon die Erkältung an, durch die ich schon ziemlich Müde war und durch die ich leichte Kopfschmerzen hatte. Muskelkater hatte ich allerdings immer noch keinen, was mich doch überraschte, nachdem ich am Vortag 100 Kilometer gefahren bin. Um acht Uhr ging ich dann erst einmal Frühstücken, wobei ich seltsamerweise keinen großen Hunger hatte. Dann ging es zurück aufs Zimmer, wo ich meine Sachen packte und um neun Uhr ging es dann wieder los mit dem Rad.

Die ersten Kilometer waren auch ganz angenehm, sodass ich ziemlich schnell vorankam. Doch irgendwann ging es dann mit den Steigungen los, die mir verdammt viel Kraft raupten. Und wenn dann keine Steigung war, dann kam eben der Wind von vorne, der genau denselben Effekt hatte, wie die Steigungen. Und wenn beides zusammenkam, war es unmöglich überhaupt noch zu fahren, dann musste ich das Rad immer mal wieder ein paar Meter schieben. Insgesamt war diese dritte Etappe, obwohl sie die kürzeste war, auch die schwerste.

Baumstamm auf dem Weg

Baumstamm auf dem Weg

Dafür hatte ich aber auch wieder verdammt schöne Aussichten und ganz viel Sonne. So gab es eine Stelle, da konnte ich über den Schweriner See schauen und mir die Stadt Schwerin ansehen. Leider hatte ich auch hierfür wieder keine Kamera, die dieses verdammt schöne Panorama hätte einfangen können. Es gab aber auch Stellen, da hatte ich verdammt viel Glück – wäre ich dort unvorsichtiger und schneller gewesen, wäre ich zum Beispiel über einen Baum geflogen, der sich über den Weg gelegt hatte. Und es waren natürlich auch wieder Wege dabei, die für ein Citybike nicht geeignet sind, aber auch hier hat sich das Nextbike super geschlagen, sodass ich dann, gegen 16:40 Uhr, mein Ziel erreichte.

Ziel Erreicht - Wietow

Ziel Erreicht – Wietow

Wietow hat sich schon ziemlich verändert. Es leben jetzt viel mehr Menschen dort, und es gibt dort ein Solarschulungszentrum, was es vorher natürlich auch nicht gab. Das Haus meines Opas war aber immer noch dasselbe, was ich von früher kannte, auch wenn es mir diesmal ziemlich klein vorkam, was ich so gar nicht mehr in meiner Erinnerung hatte. Und nicht nur das Haus von meinem Opa war noch da, sondern auch mein Opa.

Als meine Tante die Tür öffnete, erkannte sie mich erst gar nicht. Das ist nach zehn Jahren aber auch nicht verwunderlich, sodass ich ihr kurz meinen Namen sagte, woraufhin sie mich dann auch erkannte. Natürlich war sie ziemlich überrascht, da ich mich vorher nicht angemeldet hatte, aber sie führte mich dann zu meinem Opa, der gerade am Puzzeln war, und der sich darüber freute, dass ich da war. Ihr könnt euch gar nicht vorstellen, wie glücklich ich war, als ich meinen Opa gesehen habe. Nach 10 Jahren! Und er ist ja auch schon knapp 90 Jahre alt (vielleicht auch schon etwas älter), da hätte es durchaus sein können, dass er nicht mehr ist.

Leider ist aber eine meiner Tanten gestorben. Sie war noch nicht mal 60 und da war ich dann natürlich schon ein wenig geschockt – auch darüber, dass das schon 1 Jahr her ist und mich niemand darüber informiert hat.

Am Abend bin ich dann mit dem Zug wieder nach Berlin gefahren. Ich hatte zwar eigentlich vor auch zurück mit dem Rad zu fahren, aber, wie oben schon geschrieben, hat sich den ganzen Tag schon eine Erkältung angedeutet, sodass ich die Rücktour nicht geschafft hätte. Insgesamt war es aber eine super Erfahrung, die Strecken waren super, auch dank Google Fahrradroutenplaner, der ja immer noch Beta ist. Und seit Freitag habe ich dann auch den Muskelkater, den ich ja auf den ersten beiden Etappen vermisst hatte.

So, der erste Tag ist überstanden. Ich bin seit 18 Uhr in Neuruppin in einer Pension. Das Erste, was ich hier gemacht habe, war duschen. Danach habe ich noch ein wenig Fern gesehen, und nun liege ich bereits im Bett, schließlich möchte ich morgen früh gleich weiter.

Heute früh wollte ich eigentlich schon um 7 Uhr los fahren, aber verlassen habe ich die Wohnung erst um halb neun. Danach habe ich erst mal zwei Stunden gebraucht, um aus Berlin raus zu kommen. Nachdem ich Berlin aber verlassen hatte, kam sofort die Sonne raus, und begleitete mich auch für ein paar Stunden. Irgendwann erwischte mich dann aber das schlechte Wetter, und weil Regen ja nicht genug gewesen wäre, musste mich zwei Mal der Hagel erwischen. Aber ich will mich gar nicht beschweren, denn achtzig Prozent der Fahrt war trocken.

Was mich eher schockiert hat, war mein Tempo. Ich bin echt so verdammt langsam unterwegs gewesen, aber zumindest das minimal Ziel habe ich erreicht. Hoffentlich kann ich mich morgen etwas steigern, denn sonst bin ich noch ewig unterwegs.

Entschädigt dafür wurde ich aber von der schönen Strecke, die ich größtenteils von Radwegen aus bestaunen durfte. Auf Twitter habe ich hierzu ja ein paar Bilder veröffentlicht, und sobald ich wieder zu Hause bin, werdet ihr auch im Blog welche zu sehen bekommen.

Heute Nacht konnte ich nicht wirklich schlafen. Als ich im Bett lag, kamen Erinnerungen hoch an die Zeit, die ich in Wietow bei meinem Opa und bei meiner Oma verbracht habe. Es war viel zu wenig Zeit und die Zeit ist schon viel zu lange her. Vor 10 Jahren war ich das letzte Mal dort und das auch nur für einen Tag – zum 50. Geburtstag meines Vaters. Da war nicht wirklich viel Zeit, sich mit meinem Opa zu unterhalten, meine Oma lebte damals schon nicht mehr. Und davor war ich auch zu selten dort, es waren sicher auch 5 Jahre, die ich davor nicht in Wietow war, also habe ich meinen Opa nur einmal, in den letzten 15 Jahren, gesehen.

Nicht einmal zur Beerdigung meiner Oma durfte ich nach Wietow, obwohl ich der Meinung bin, dass das sich so gehört. Das Grab habe ich dann tatsächlich erst viel später gesehen und auch nur ein einziges Mal.

Und doch kommen auch die Fragen auf, was ist, wenn mein Opa gar nicht mehr ist? Wenn ich dort hinfahre und in dem Dorf gar kein Verwandter mehr von mir lebt? Dann hatte ich eine schöne Radtour, ja, und ich kann das Dorf noch einmal sehen, in welchen ich gerne war als Kind, auch wenn die Zeit dort viel zu wenig war.

Ich erinnere mich an die Karotten im Garten, die ich mir immer geklaut habe. Natürlich erinnere ich mich auch daran, wie ich die Karotten, die viel zu klein waren, wieder in die Erde gesteckt habe, was natürlich nicht wirklich sinnvoll war. Die leckeren Erdbeeren, die zwar kleiner waren als die aus der Kaufhalle, die aber mindestens dreimal so gut geschmeckt haben. Oder die Hühner, denen wir jeden Tag die Eier geklaut haben, damit wir zum Frühstück Eier essen konnten.

Ganz früher gab es auch noch Hasen/Kaninchen, die verdammt süß waren, die aber natürlich auch zum Essen gedacht waren. Irgendwann gab es die dann nicht mehr, auch wenn die Käfige noch da waren, aber die Hühner gab es immer, und die waren natürlich auch lustig. Irgendwie hat mich auch das Getreidefutter für die Hühner immer angezogen. Es war ein schönes Gefühl, dort mit den Händen reinzufassen und das Getreide dann langsam wieder in die Tonne rinnen zu lassen.

Und dann war da natürlich der Apfelmost, von dem ich, wenn ich in Wietow war, nie genug bekommen habe. Verdammt lecker das Zeug und sicher gelagert, denn in den Keller durfte ich natürlich nicht alleine. Neben dem Keller gab es auch noch einen Dachboden, auf den ich als Kind immer wieder rauf wollte, aber irgendwie nicht durfte. Es wurde zwar immer wieder gesagt, wir gehen dort nachher mal gemeinsam rauf, aber umgesetzt wurde das dann erst bei meinem vorletzten Besuch. Es gab dort auch nicht wirklich was Besonderes zu sehen, aber die Neugier eines Kindes ist nun einmal verdammt groß.

Und jetzt freue ich mich auf Dienstag, auf den Tag, wenn ich endlich mit dem Rad die Tour starte und mich dann Wietow langsam wieder annähere. Ich bin gespannt darauf, wie sich das Dorf in den letzten 10 Jahren verändert hat, wobei es schon vor 10 Jahren nicht mehr das Dorf war, was ich aus meiner Kindheit kannte.

Nun ist die Fahrradtour nach Mecklenburg also sicher. Am Montag nehme ich das Fahrrad von Nextbike in Empfang und am Dienstag werde ich die Tour dann starten. Mit dem Wetter habe ich hoffentlich auch Glück. Es soll zwar nicht Regnen, aber so warm, wie es derzeit ist, soll es auch nicht werden – warm wird mir aber ganz bestimmt vom Fahrrad fahren.

Jetzt bin ich natürlich ein wenig in der Vorbereitung. Ich muss mir noch überlegen, wie ich die Sachen unterbringe, die ich mitnehme. Dann muss ich noch immer klären, welchen Tarif ich fürs mobile Internet nutze, einen Powerpack fürs Smartphone muss ich mir auch noch besorgen, und natürlich mache ich mir immer noch wegen der Unterkunft Gedanken, da ich diese nicht schon vorher planen kann. Grund dafür ist natürlich, dass ich nicht weiß, wie weit ich täglich mit dem Rad komme.

Was ich auch noch nicht weiß, ist, welche Nahrung ich unbedingt mitnehmen sollte, und welche Getränke für eine solche Tour am besten geeignet sind. Ich überlege, ob ich mir zumindest eine Dose Cola mitnehmen sollte auf so eine Tagestour, weil der Zucker darin ja zumindest kurzzeitig den Akku wieder aufladen kann. Und beim Essen bin ich mir auch unsicher, was da die beste Verpflegung ist. Aber dazu gibt es ja das Internet und das Wochenende habe ich ja noch, um mir darüber Gedanken zu machen.

Wie ich hier in der nächsten Woche bloggen kann, muss ich mir, wenn dieser Artikel angezeigt wird, nicht mehr überlegen. Denn wenn dieser Artikel angezeigt wird, hat zumindest das schon geklappt und ihr könnt euch dann täglich auf ein Update der Tour freuen. Übrigens könnt ihr euch die Bilder der Tour auch auf Twitter ansehen, denn dort werde ich von unterwegs regelmäßig Bilder posten (via Instagram). Wer nicht auf Twitter suchen will, kann auch auf svenbuchien.de schauen, denn in der Flickr-Dia-Show werden die Bilder auch zu sehen sein, auch wenn dort dann kein Text dabei ist. Ihr könnt mich also verfolgen, wenn ihr Lust dazu habt und wenn ihr noch Dinge habt, die ich unbedingt beachten soll, dann schreibt das doch einfach hier in den Kommentaren.

Wo ich gerade die Kommentare anspreche, die werde ich dann in der nächsten Woche nicht freigeben können. Also nicht wundern, wenn ihr Kommentiert, aber die Kommentare nicht erscheinen. Spätestens wenn ich wieder in Berlin bin, wird das garantiert geschehen.

Ihr wisst ja, dass ich doch ein wenig verrückt bin, was ich nächste Woche mal wieder beweisen werde. Ich schrieb gestern auf Twitter, dass ich ein Fahrrad brauche, weil ich nach Mecklenburg fahren möchte. Da ich, wenn ich mal Rad fahren möchte, mir immer eines bei Nextbike leihe, schrieb ich im selben Tweet, dass das wohl zu teuer wäre, ein Rad von Nextbike zu verwenden. Damit war das Thema für mich eigentlich schon erledigt, weil ich niemanden kenne, der mir ein Fahrrad hätte leihen können.

Doch dann bekam ich von Nextbike einen Tweet, dass sie mir ein Fahrrad kostenlos zur Verfügung stellen, wenn ich die Fahrt mit Bildern, auf Twitter, dokumentiere. Nun, wie oben schon erwähnt, bin ich ziemlich verrückt und habe dieses Angebot natürlich sofort angenommen. Ich werde nächste Woche also 240 Kilometer mit dem Rad nach Mecklenburg fahren.

Natürlich gibt es einen Grund, warum ich dort hin will. In Wietow, einem kleinen Dorf in Mecklenburg-Vorpommern, lebt mein Opa, den ich schon 10 Jahre lang nicht mehr gesehen habe. Dabei weiß ich gar nicht, ob mein Opa überhaupt noch lebt, aber ich gehe davon aus, dass ich erfahren hätte, wenn dies nicht der Fall wäre. Außerdem wünsche ich mir schon sehr lange so eine Tour zu machen, und nächste Woche ist der beste Zeitpunkt dazu, weil das die letzte Woche vor dem neuen Semester ist und ich somit diese Möglichkeit einfach mal nutzen werde.

Für mich ist dies tatsächlich Neuland, denn die Fahrt wird sicherlich nicht nur einen Tag dauern, weswegen ich mir unterwegs auch eine Unterkunft suchen muss. Wenn ihr dafür eine gute App für ein Android-Smartphone kennt, immer hier mit den Tipps.

Außerdem brauche ich noch einen günstigen Prepaid Anbieter, bei dem ich eine Datenflat fürs mobile Internet bekomme, mit der ich dann die Bilder von der Tour hochladen kann. Meine 300 MB, die mir normalerweise ausreichen, werden für eine solche Tour garantiert nicht reichen. Auch hier nehme ich Tipps gerne entgegen.

Los geht die Tour am Dienstag, und wenn alles gut läuft, bin ich bis Sonntag wieder in Berlin. Gespannt bin ich darauf, wie mein Körper auf eine solche Tour reagieren wird. Und natürlich auch auf die Strecke und die Landschaft. Mehr zur Tour gibt es dann später, wenn ich alles vorbereitet habe und ich noch mehr weiß.

Wer will, kann mich gerne unterstützen, indem er mir ein paar Cappuccini spendiert. 😉