Svens kleiner Blog

Nicht wegen Geld, nicht wegen Ruhm, nicht wegen Aufmerksamkeit sondern einfach nur so ;-)

Darf ich gerade eine Runde kotzen? Da wacht eine Frau auf einer Parkbank auf, nachdem sie anscheinend KO-Tropfen bekommen hat, und zwei katholische Krankenhäuser lehnen die Beweissicherung, ob ebenfalls eine Vergewaltigung stattgefunden hat, ab, weil sie dann auch eine Beratung über eine ungewollte Schwangerschaft anbieten müssten – und die „Pille Danach“ verschreiben müssten. Das passt nicht mit der Moral der katholischen Kirche zusammen und auch der Hinweis, dass diese Dinge schon geklärt sind, konnte die Krankenhäuser nicht umstimmen.

Die Kirche schützt also lieber die Täter, als den Opfern zu helfen. Denn nichts anderes ist es, wenn man die Beweise nicht sichert – die gehen dann nämlich verloren und somit auch die Möglichkeit, den Täter sicher zu überführen. Die junge Frau hatte wohl Glück, dass sie nicht alleine in die Krankenhäuser gegangen ist, sondern von einem Notarztwagen gefahren wurde. Sonst hätte sie wahrscheinlich nach dem zweiten Krankenhaus auf ihr Recht verzichtet, was dem Täter wohl zugutegekommen wäre.

Spinnen wir doch einmal weiter. Was passiert, wenn die katholischen Krankenhäuser bald nur noch Menschen behandeln, die tatsächlich in der Kirche sind? Was ist, wenn sie erst einmal prüfen, ob der Patient Kirchensteuern zahlt? Das wird hoffentlich nicht passieren, aber es wäre wohl der Horror und eine Mitgliedschaft in der Kirche könnte dann eine Art Lebensversicherung sein.

Meiner Meinung nach sollte es Krankenhäusern verboten werden, notwendige Behandlungen abzulehnen – dazugehören für mich auch die Beweissicherung, die Beratung und das Verschreiben der „Pille Danach“. Oder Krankenhäuser dürfen nicht mehr von Kirchen geführt werden.

Es gab vor einigen Wochen schon mal den Fall in Irland, wo eine schwangere Frau nicht abtreiben durfte und am Ende die Frau und das Kind gestorben sind. Auch hier waren die Moralvorstellungen der Kirche schuld. Damals war es kein Selbstmord, aber was wäre, wenn eine vergewaltigte Frau, die von zwei Krankenhäusern abgelehnt wurde, sich selbst das Leben nimmt? Wäre dafür nicht die Kirche verantwortlich?

Notfalls muss ein katholisches Krankenhaus eben einen Arzt einstellen, der nicht an diese moralischen Vorstellungen gebunden ist. Auch wenn es der katholischen Kirche schwerfällt, so muss sie den Schutz der Opfer gewährleisten. Macht sie dies nicht, macht sie sich zum Mittäter.