Svens kleiner Blog

Nicht wegen Geld, nicht wegen Ruhm, nicht wegen Aufmerksamkeit sondern einfach nur so ;-)

Das erste Halbjahr ist vorbei und somit ist mal wieder Zeit für ein Laufupdate in meinem Blog. Am Ende des letzten Jahres hatte ich ja geschrieben, dass mein Ziel eigentlich 1.600 KM + x waren. Das hatte ich leider nicht geschafft, und wollte dies eigentlich in diesem Jahr nachholen. Nach dem ersten Halbjahr bin ich aber doch ziemlich weit entfernt davon.

Lauftraining

Teil meiner Laufstrecke

515 Kilometer in den ersten sechs Monaten

 

Leider waren in den ersten Monaten des Jahres einige Wochen dabei, in denen ich nicht gelaufen bin. Zum Teil, weil mein Körper nicht wollte und zum Teil, weil ich keine Lust hatte. Es ist halt nervig, wenn ich 2-3 Wochen hart arbeite, um wieder an meine alten Leistungen anzuknüpfen und dann wieder krank zu werden. Da war ich dann halt auch ein wenig demotiviert und das hat sich dann auch auf meinen Kampf gegen diesen fiesen Schweinehund ausgewirkt. Die letzten 12 Wochen lief es jetzt aber wieder super, auch wenn ich natürlich erneut klein anfangen musste. Dadurch bin ich auch noch auf die 515 KM gekommen, sonst hätte das erste Halbjahr wohl noch sehr viel schlechter ausgesehen.

Allerdings ist das natürlich wieder ein Rückschlag für das Hauptziel, denn um am Ende über die 1.600 Kilometer zu kommen, hätte ich im ersten Halbjahr natürlich 800 + x Kilometer laufen müssen. Da bin ich derzeit weit von entfernt, und ob ich das im zweiten Halbjahr noch aufholen kann, ist natürlich fraglich. Ich bin ja kein Täglichläufer und ich habe derzeit auch nicht vor das zu werden. Mit 3 Trainings in der Woche fühle ich mich ganz gut, ab und zu schiebe ich auch noch ein viertes Training ein, aber 7 Tage in der Woche zu laufen, wäre mir wahrscheinlich schon zu viel.

Halbmarathon im Oktober

 

Mit der zweiten Jahreshälfte beginnt nun auch die Vorbereitung auf den Halbmarathon im Oktober. Letztes Jahr bin ich ja nur den BIG 25 gelaufen und habe den Müggelsee-Halbmarathon ausfallen lassen. Somit ist der letzte Halbmarathon nun auch schon über ein Jahr her, weswegen ich mich auf den Nächsten natürlich intensiv vorbereiten muss. Ziel ist es, eine Zeit von unter 2 Stunden zu laufen, was mir bisher noch nicht gelungen ist. Dazu muss gesagt werden, dass ich mich auf die bisherigen Starts nie richtig vorbereitet habe und ich in der Vorbereitung meist nicht die 20 Kilometer Distanz gelaufen bin. Dass soll in diesem Jahr anders werden, weswegen schon ab diesem Monat die Vorbereitung läuft. Das bedeutet, ich werde jetzt wieder regelmäßig meine 13-Kilometer-Trainingsstrecke laufen und spätestens Ende Juli werde ich mich dann auch auf die 20-Kilometer-Strecke wagen.

Pankeweg laufen

 

Was ich mir auch vorgenommen habe, ist, dass ich den Pankeweg hier in Berlin laufen möchte. Ich habe leider keine Ahnung, wie viele Kilometer dieser hat, aber es ist ja kein Problem, den Weg in mehrere Abschnitte aufzuteilen. Ob ich meinen Laufpartner Bernd davon überzeugen kann, weiß ich noch nicht, aber notfalls muss ich den Weg alleine laufen. Ich möchte nämlich mein Lauftraining in Zukunft auch dazu nutzen, um Berlin noch besser zu erkunden. Außerdem ist es auch langweilig, wenn man immer wieder dieselbe Strecke läuft, weswegen zumindest am Wochenende ein wenig Abwechslung ganz schön ist.

Keine Kilometer-Ziele fürs zweite Halbjahr

 

Für das zweite Halbjahr habe ich mir jetzt keine Kilometer-Ziele gesetzt. Es läuft sich einfach entspannter, wenn man kein bestimmtes Ziel im Auge hat. Ich nehme mit, was ich mitnehmen kann und der Rest wird sich dann am Ende des Jahres zeigen.

Einige von euch werden es sicher mitbekommen haben, Frau Zenzursula plant mal wieder ein neues Gesetz. Diesmal sind die Selbstständigen in ihren Blickwinkel geraten, die ab Mitte 2013, wenn unsere Ministerin damit durchkommt, eine Pflichtrentenversicherung zahlen müssen. Generell habe ich dagegen nichts einzuwenden, aber gegen den Entwurf von dieser Frau schon.
Ich hatte schon einige Diskussionen mit meinem Bruder darüber, und grundsätzlich stimmen wir auch in unseren Aussagen überein, aber es gibt halt einige Punkte, die mir nicht schmecken. Am Ende der Laufzeit soll nämlich dann die Grundsicherung als Rente herauskommen, was derzeit ungefähr 700 Euro sind. Es soll am Ende also eine GARANTIERTE Rente von knapp 700, – Euro gezahlt werden und um diese zu erreichen müsste ich ungefähr 350,- Euro im Monat einzahlen. Mein Bruder sprach hier immer von 50-100,- Euro, aber diese Summe stimmt nicht. Ich habe das Ganze auf verschiedenen Versicherungsportalen durchgerechnet, und zwar mit einer garantierten Rente von 700,- Euro. Was mein Bruder meint, ist eine „mögliche“ Rente, die aber auch nur zusammenkommt, wenn wirklich alles stimmt. Diese Rente ist allerdings nicht garantiert und das ist der Knackpunkt. 100,- Euro würden also bei weitem nicht ausreichen, um diese garantierte Rente zu erhalten, die aber unsere Ministerin gerne haben möchte.
Wenn diese Ministerin der CDU also mit ihrem Gesetz durchkommt, würde auf fast jeden Selbstständigen ein zusätzlicher Fixbetrag von 400,- bis 450,- Euro zukommen, der erst einmal verdient werden muss. Es besteht zwar immer noch die Wahl, ob sich der Selbstständige privat Rentenversichert, oder ob er in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlt, doch betrachtet man das Ganze bis zum Ende, dann bleibt eigentlich nur die gesetzliche Rentenversicherung übrig. Dazu aber später mehr.

Viele Selbstständige werden ihre Selbstständigkeit aufgeben müssen

 

Wenn man jetzt einmal von den 400,- Euro Pflichtbeitrag ausgeht, bedeutet das am Ende, dass der Selbstständige einen Betrag von ungefähr 600,- Euro erwirtschaften muss, um die gesamten Pflichtbeiträge zu bezahlen (ohne IHK oder andere Berufsgenossenschaft). 600,- Euro deswegen, weil ja auch noch eine Krankenversicherungspflicht besteht. Bei Frauen ist dieser Betrag übrigens höher, da der Krankenversicherungsbeitrag bei Frauen höher ist, als bei Männern.
Wenn jemand also derzeit knapp 1.000,- Euro verdient, oder sagen wir 1.200,- Euro, kann er derzeit sein Leben zwar selbstständig finanzieren, sobald dieses Gesetz aber in Kraft tritt, wird er mit dem Geld, welches er am Ende noch überhat, nicht mehr Leben können. Für einen großen Teil wird das dazu führen, dass er seine Existenz aufgeben muss und ins Hartz4 rutscht. Ich weiß nicht, ob dass das Ziel von dieser CDU-Ministerin sein kann.
Ich habe zwar keine Zahlen, aber ich bin mir sicher, dass es viele Selbstständige gibt, die gerade so über dieses Einkommen verfügen können. Sicher sollte man sich dann überlegen, ob sich die Selbstständigkeit überhaupt lohnt, aber es ist immer noch besser, als wenn man von Hartz4 abhängig ist. Und nein, man kann 600,- Euro nicht in die Unternehmensplanung einplanen, das sind immerhin 7.200,- Euro im Jahr – das muss man sich einfach bewusstmachen.

Staffelung wie bei Arbeitnehmern

 

Dieser Fixbetrag kann es einfach nicht sein, viel mehr sollte es eine Staffelung geben, wie es sie bei Arbeitnehmern gibt. Jemand der wenig verdient, muss weniger in das Rentensystem einzahlen, als jemand, der viel verdient. Wo ein solcher Fixbetrag hinführt, dass sehen wir doch schon bei der Krankenversicherung, die sich viele Selbstständige schon nicht mehr leisten können.
Eine Staffelung hingegen wäre die richtige Lösung. Wenn jemand 1.000,- Euro verdient, dann kann er sich 50,- Euro Beitrag sicher leisten, aber keine 400,- Euro. Das sollte auch dieser CDU-Ministerin klar sein, die bis jetzt noch kein vernünftiges Gesetz auf die Reihe bekommen hat.

Beiträge in die gesetzliche Rentenversicherung und nicht in die Private

 

Am Ende glaube ich eh, dass es wieder ein Gesetzesentwurf der Versicherungslobby ist. Aber wenn man sich das Ganze genau überlegt, dann bleibt nur die gesetzliche Rentenversicherung als Option. Wenn man nämlich seine Beiträge in die private Rentenversicherung nicht mehr zahlen kann, geht meist ein sehr großer Teil der eingezahlten Prämien verloren. Man kann sogar sagen, dass die Prämien der ersten fünf Jahre verloren gehen. Das sind immerhin 4.800,- Euro im Jahr.
Dieses Geld ist weg und dient eben nicht mehr zur Altersvorsorge. Und wenn wir ehrlich sind, dann ist die Wahrscheinlichkeit, dass wir die private Rentenversicherung nicht mehr bedienen können, sehr hoch, wenn der Beitrag 400,- Euro pro Monat beträgt.
Bleibt also nur das gesetzliche Rentensystem, denn hier gehen die Beiträge nicht verloren, auch wenn die Selbstständigkeit irgendwann aufgegeben werden muss.

Der Gesetzentwurf muss dringend überarbeitet werden

 

Als Fazit bleibt, dass der Gesetzentwurf noch viele Änderungen bedarf. Eine Versicherungspflicht für Selbstständige ist durchaus positiv zu betrachten, damit man im Alter eine Grundabsicherung hat, aber die Beiträge dürfen nicht Fix sein, sondern sie müssen nach der Höhe des Einkommens gestaffelt werden. Jemand der 1.000,- Euro verdient, kann sich keinen Pflichtbeitrag von 400,- Euro leisten, aber ein Betrag von 50,- Euro ist mit Sicherheit machbar.