Svens kleiner Blog

Nicht wegen Geld, nicht wegen Ruhm, nicht wegen Aufmerksamkeit sondern einfach nur so ;-)

Die Schreibnudel möchte, dass aus 10 Wörtern, welche sie vorgegeben hat, ein handfester Tipp geschrieben wird. Okay, dann versuche ich das doch einmal, denn es ist eine interessante Schreibübung.

Um in seiner Motivation einen Krimi zu schreiben nicht ein gebremst zu werden, sollte man sich einen Tee kochen, sein Handy und sein Telefon einpacken, seinen Schreibtisch putzen, etwas Erdbeerkuchen essen, einen genialen Einfall haben, 10 Liegestütze machen und seine Willenskraft bündeln.

Ist doch ein toller Tipp, oder?

 

Ich selbst habe heute auch meinen Schreibtisch aufgeräumt und mir einen weiteren meiner Texte vorgenommen, um die überflüssigen Wörter daraus zu streichen. Auf einer halben A4 Seite waren dies immerhin 41 Wörter, von denen ich mindestens 38 ersatzlos streichen konnte. Das zeigt mir, dass ich auch in meinen Kurzgeschichten eine Menge streichen kann, womit ich heute auch begonnen habe. Immerhin nehme ich mir schon seit 3 Jahren vor meine Kurzgeschichte „Telefonanruf aus Utopia“ zu überarbeiten, heute habe ich nun damit angefangen. Ich werde jetzt jeden Tag eine A4-Seite durcharbeiten und die Wörter streichen, die überflüssig sind. Das perfektioniert noch lange nicht die Kurzgeschichte, ist aber der erste Schritt. Danach werde ich noch die Zeitformen korrigieren müssen, und einige Stellen werden auch umgeschrieben werden.

 

Ich hatte gestern schon angekündigt, dass ich eine Kurzgeschichte im Kindle-Store (nennt man das so?) veröffentlichen werde. Diese wurde heute nun freigegeben und ist für 1,15 Euro erhältlich. Von diesen 1,15 Euro bekomme ich 35 Cent, ich werde also kein Millionär – wenn denn überhaupt etwas verkauft wird. Wie so ein KINDLE oder ein anderes Gerät, mit dem man diese E-Books lesen kann, funktioniert, kann ich euch leider nicht erzählen. Aber wer damit liest, der weiß das mit Sicherheit eh alleine 😉 .

Hier eine kleine Leseprobe für alle, die jetzt mit dem Gedanken spielen die Kurzgeschichte zu kaufen:

Heute ist ein schöner Tag. Die Bomben fliegen von Links nach rechts, von oben nach unten und von Ost nach West. Ich sitze hier vor meinem Zelt in einen sicheren Abstand zur Front.

Oh, natürlich habe ich vergessen zu erzählen, wer ich bin. Ich bin Leutnant Mayer, Leutnant Mayer von der 2.Volkssturmfront. Neben mir sitzt der Leutnant von der anderen Seite, wir spielen gerade Schach und trinken Tee. Ich meine, warum sollten wir uns umbringen, wo wir doch genügend Menschen haben, die sich zum Durchsetzen unserer Interessen, gegenseitig Töten. Ich brauche mir auch keine wirklichen Sorgen machen, denn der Krieg ist Jung und meine Arbeitsstelle ist für die nächsten Jahre gesichert. Das ist mir auch wichtig, denn ich muss zu Hause meine Kinder ernähren und meine Frau gibt auch mehr Geld aus, als man mit einem anderen Beruf verdienen könnte.

Auch für die Wirtschaft ist dieser Krieg wunderbar, die Arbeitslosenzahlen sind gesunken, fast auf null und die Wirtschaft, besonders die Kriegsunternehmen, melden täglich neue Rekordgewinne. Auch der Zustand der Autobahnen wird täglich immer besser, die Schlaglöcher werden immer weniger.

Den Link zum Buch findet ihr hier –> Telefonanruf aus Utopia <— er führt auf die Seiten von Amazon, es handelt sich um einen Amazon-Partnerlink.

Man sollte ja alles einmal ausprobiert haben, so habe ich das jedenfalls mal gelernt. Gestern bin ich dann beim Eliterator einen Artikel entdeckt, in welchen er auf sein Lyrik-E-Book fürs Kindle hingewiesen hat. Und da dachte ich mir, das könnte ich doch auch einmal ausprobieren, nicht mit Gedichten, sondern mit einer Kurzgeschichte, welche ich schon lange hier liegen haben. Und genau das habe ich heute dann auch gemacht.

Allerdings musste ich als Erstes die Grammatik und die Rechtschreibung überprüfen, denn die Kurzgeschichte war von 2006 und da waren beide Dinge noch schlechter als sie es heute sind. Nachdem ich eine Stunde investiert hatte, habe ich das Ganze als Doc-Dokument abgespeichert und es dann bei Amazon als E-Book hochgeladen. Kindle Direct Publishing nennt sich das. Das Hochladen und Einstellen des Buches ist ziemlich einfach, dann muss man sich noch einen Preis überlegen, versichern das man alle Rechte hat und schon kann man es einstellen. Jetzt wird das Ganze noch von Amazon überprüft und in drei Tagen sollte es dann verfügbar sein, wenn es den Qualitäts-Richtlinien von Amazon entspricht.

Ich bin selbst gespannt, wie es jetzt weitergehen wird und natürlich auch, ob sich die Kurzgeschichte dann auch verkauft. Ich werde euch natürlich informieren, ob das Buch freigeschaltet wurde und wo ihr es dann finden könnt. Interessant ist es eh nur für Leute, die ein Gerät haben, mit denen sie die Kindle-E-Books öffnen können 😉 .

Mein Hobby ist ja das Schreiben. Schreiben ist aber nicht nur Talent (wobei ich nicht einmal weiß, ob ich Talent habe), nein Schreiben ist harte Arbeit – das sollte jedem klar sein. Wenn ich hier einen Artikel veröffentlicht habe, ist der dieser für mich noch lange nicht abgeschlossen. Ich arbeite meist noch mehrere Tage später dran, auch wenn ich nicht alle Änderungen online stelle. Vielmehr interessiert mich, welche Füllwörter ich verwende, welche Fehler ich häufiger mache und wo meine Satzkonstruktionen nicht immer stimmen.

Heute habe ich mich nun an meinen Artikel von gestern gesetzt. Diesmal ging es mir um Wörter, die man laut einer Liste aus dem Buch „Deutsch für Profis“ von Wolf Schneider nicht- oder nur sparsam verwenden sollte. Im ersten Abschnitt hatte ich 10 dieser Wörter verwendet. Um genau zu sein, waren es folgende Wörter:

  • Dreimal das Wort „wieder“
  • Zweimal das Wort „einmal
  • Einmal das Wort „schon“
  • Einmal das Wort „kaum“
  • Einmal das Wort „sogar“
  • Einmal das Wort „einfach“
  • Einmal das Wort „nun“

 

Ich habe mir den ersten Absatz dann noch einmal vorgenommen und dabei viel mir auf, dass ich zweimal das Wort „wieder“ durch „erneut“ hätte ersetzen können. Erneut steht nicht auf der Liste, wäre also ein guter Ersatz für das Wort „wieder“. Weitere vier Wörter hätte ich ersatzlos streichen können. Die Frage ist dann halt, ob sich dadurch der Lesefluss wirklich verbessert oder ob der Text dadurch nicht etwas verliert. Interessant ist das Thema auf jeden Fall, denn im Internet sind ja die Texte am besten, die so wenig Wörter wie nötig verwenden, um so viele Informationen wie möglich zu verwenden. Im folgenden Satz konnte ich so zum Beispiel drei Wörter sparen.

 

Im Original habe ich geschrieben:

„Da der BIG-25-Lauf nun schon einmal bezahlt war, entschied ich mich, einfach dort wieder mit dem Lauftraining zu beginnen und einfach soweit mitzulaufen, wie es mein Körper hergab.“

Nach dem ich die überflüssigen Wörter gestrichen oder ersetzt habe, ergibt sich folgender Satz:

„Da der BIG-25-Lauf schon bezahlt war, entschied ich mich, einfach dort erneut mit dem Lauftraining zu beginnen und soweit mitzulaufen, wie es mein Körper hergab.“

Welche Version nun besser ist, das muss der Leser entscheiden, die Information im Satz bleibt aber dieselbe.

 

Wie sieht es bei euch aus? Macht ihr euch auch Gedanken über eure Texte und über zu viele Wörter im Text?

Ich schreibe ja ab und an mal ein Gedicht. Dabei geschieht es auch, dass ein Gedicht gut anfängt, dann aber ins Leere verläuft. Ich speichere diese Gedichte dann meistens ab und versuche diese zu einem späteren Zeitpunkt zu beenden. Beim Folgenden war es genauso, leider habe ich bis heute kein wirkliches Ende gefunden.

 

Weißt du, wer ich bin?

Ich bin groß und doch klein,
ich bin lieb, doch gemein.
Bin kein Mann, bin ein Kind,
bin so still, wie der Wind.

Ich bin schlau und auch dumm,
ich bin alt und auch jung.
Bin oft leise, meist laut,
bin der, der sich nicht traut.

 

Ich bin langsam und schnell,
ich bin dunkel und hell,
ich bin warm und doch kalt,
biete niemanden halt.

 

Weißt du, wer ich bin?

 

Es könnte auch sein, dass ich die erste Strophe inzwischen schon woanders verwendet habe, so sicher weiß ich das nicht, denn der Anfang ist schon ziemlich alt. Jedenfalls werde ich das Gedicht jetzt nicht mehr weiter schreiben, weil mir einfach nicht einfällt, wie man es beenden kann.

Vor einigen Wochen stolperte ich über einen Schreibwettbewerb, bei den es um das Thema „Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm“ ging. Leider hatte ich nur noch eine Woche Zeit, um daran teilzunehmen, was ich natürlich nicht geschafft habe. Ich hatte aber mit der Kurzgeschichte schon begonnen, und wollte diese jetzt natürlich auch fertigstellen. Und weil ich ungern eine Kurzgeschichte ungelesen in einem Schubfach verschwinden lasse, veröffentliche ich diese jetzt hier auf meinen Blog. Viel Spaß beim Lesen.

„Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm“, sagte meine Oma immer. Und eigentlich hat sie ja recht, denn der Stamm, also die Eltern, dienen den meisten als ihre Vorbilder. Kinder übernehmen sich die Eigenschaften ihrer Eltern, egal ob diese Eigenschaften Positiv oder Negativ sind.

Meine Freundin zum Beispiel, sie ist eine totale Leseratte. Das kommt nicht einfach nur so, dass ist sie, weil auch ihre Mutter den ganzen Tag gelesen hat. Das hat sich bei ihr natürlich eingeprägt und so ist auch sie eine Leseratte geworden. Übrigens gilt das auch fürs Putzen, denn auch hier ist sie genauso gründlich wie ihre Mutter, aber ich erwähnte ja schon, dass es auch für die negativen Eigenschaften gilt. Bei meiner Freundin erkennt man sofort, von wem sie ihre Eigenschaften übernommen hat, und wer sie somit in ihrer Kindheit am meisten geprägt hat. Ich würde sogar soweit gehen und sagen, dass wenn ich einige Jahrzehnte früher auf die Welt gekommen wäre, dass ich mich dann in die Mutter meiner Freundin verliebt hätte, ich weiß nur nicht, ob das für meine Freundin jetzt eine Beleidigung ist, oder nicht. Ärgern tut sie sich auf jeden Fall immer, wenn ich schmunzle, sobald sie sagt, dass sie anders ist als ihre Mutter. Das wünscht sie sich vielleicht, aber sie ist es nicht.

Ich hingegen frage mich manchmal, ob ich nicht adoptiert worden bin. Ich finde an mir weder die Eigenschaften meiner Mutter wieder, noch die Eigenschaften von meinem Vater. Wir drei könnten unterschiedlicher nicht sein, was meine Oma auch schon festgestellt hat – und das, obwohl sie ja selbst behauptete, dass der Apfel nicht weit vom Stamm fällt.

Meine Mutter liebt zum Beispiel saubere Räume, also richtig sauber, so wie in einem Krankenhaus. Damit kann ich nicht wirklich etwas anfangen, ich brauche mein Chaos. Hier ein Stapel Bücher auf dem Boden, dort ein Haufen mit Unterlagen, die ich mir eventuell noch einmal ansehen muss. Es kann auch mal vorkommen, dass ich drei gebrauchte Tassen auf meinem Schreibtisch stehen habe, was mich aber nicht weiter aufregt, denn irgendwann räume ich diese ja weg und wasche sie dann auch ab.

Oder mein Vater, mein Vater liebte die Pünktlichkeit. Wenn man zu einer Verabredung zu spät kam, dann konnte es schon passieren, dass er einige Tage nicht mehr mit einem sprach. Ich hingegen halte gar nichts von Pünktlichkeit. Nicht das ich nicht versuche pünktlich zu sein, aber meist bin ich es eben nicht, was ich aber auch nicht wirklich schlimm halte. Im Gegenteil, für mich ist ein Mensch viel sympathischer, der zu einem Treffen mal zu spät kommt, auch wenn ich zehn Minuten auf ihn warten muss. Er zeigt mir, dass ich nicht der Einzige bin, der nicht perfekt ist.

Das sind jetzt nur zwei Beispiele von vielen, in denen ich mich von meinen Eltern unterscheide und weswegen ich mich natürlich auch immer frage, warum ich dann doch soweit vom Stamm gefallen bin. Ich glaube einer der Gründe dafür war, dass meine Eltern beide berufstätig waren. Ich verbrachte wenig Zeit mit meinen Eltern, im Gegensatz zu meiner Freundin, die mit ihrer Mutter sehr viel Zeit verbracht hat. Ich verbrachte meine Zeit mit immer neuen Babysittern oder neuen Erziehern im Kindergarten und neuen Lehrern in der Schule. Von denen habe ich mir auch sehr viel abgeschaut, denn ich erinnere mich an einen jungen Lehrer, der ständig zu spät zum Unterricht kam. Er nahm es auch sehr locker, als eines Tages die gesamte Klasse zu seinem Unterricht zu spät kam. Er grinste nur kurz und trug dann alle Schüler als anwesend ins Klassenbuch ein. Ein sympathischer Mensch eben!

Ich bin meinen Eltern nicht böse darüber, dass sie beide Arbeiten waren. Im Gegenteil, ich finde es sogar gut, denn dadurch konnte ich viele verschiedene Charaktere kennenlernen, von denen ich mir viele verschiedene Eigenschaften abgeschaut habe. Und es gab ja auch sehr viele schöne Erlebnisse, die ich zusammen mit meinen Eltern erleben dürfte. Und sie haben mich nicht ins Internat abgeschoben, was bei einigen meiner Freunde durchaus passiert ist, deren Eltern beide berufstätig waren. Und wenn ich ehrlich bin, so fände ich es doch sehr langweilig, wenn ich dieselben Eigenschaften wie meine Eltern hätte, oder wäre es nicht langweilig, wenn wir alle genauso aussehen würden, wie unsere Eltern?

Und wenn mich jemand fragt, warum ich denn nicht so bin wie meine Eltern, dann sage ich, dass ich Glück hatte. Denn als ich als junger Apfel vom Baum gefallen bin, erfasste mich ein Windstoß, der mich über die Wiese trug. So konnte ich viele Dinge erleben, die andere nicht erlebt haben, und ich landete eben nicht vor dem Stamm meines Baumes, sonder ein paar Meter weiter entfernt, sodass ich ihn zwar noch sehen konnte, aber eben auch die vielen anderen Stämme, die es auf unserer Wiese zu sehen gab.

Ich bin gelaufen!
Gelaufen über Wiesen aus Snickers-Gras und Mars-Farnen,
Gelaufen durch Wälder aus Bierdosen-Bäumen,
Gelaufen und fast gestolpert über Starbrucks-Steinen.

Mir fehlten die blauen Blumen aus dem letzten Jahr,
die Haselnussbäume, die für einen Parkplatz weichen mussten.
Das grüne Gras unter dem neuen Einkaufszentrum.

Ich genieße die Natur, die es noch gibt,
die frische Luft, wenn sie nicht gerade verpestet wird.
Ich laufe und laufe, wundere mich, warum der Mensch,
der die Schönheit liebt, die Natur nicht achtet.

Ich bin gelaufen!
Gelaufen über Wiesen aus Snickers-Gras und Mars-Farnen,
Gelaufen durch Wälder aus Bierdosen-Bäumen,
Gelaufen und fast gestolpert über Starbrucks-Steinen.

Ich habe heute mal wieder in meinem Schulzeug vom Abendgymnasium gestöbert und bin dabei auf diese kleine Geschichte gestoßen, welche ich geschrieben habe. Ich weiß leider nicht mehr, weswegen ich diese Geschichte geschrieben habe und wie ich auf das Thema gekommen bin, aber ich gehe mal davon aus, dass wir irgendeinen Text oder eine Geschichte gelesen haben und dazu dann selbst etwas schreiben sollten. Da mir die damalige Fassung nicht mehr gefiel, habe ich sie hier ein wenig umgebaut. Wie immer würde mich eure Meinung interessieren. Aber genug geschrieben, denn die Geschichte ist nun auch schon nicht mehr viel größer.

Gestern um 23 Uhr sind in Bielefeld die kleinen grünen Männchen gelandet. Ich muss das wissen, denn ich habe sie aus meinem Fenster heraus beobachtet. Ich konnte mich gerade noch in meinen Schrank retten, der für mich eigentlich viel zu klein ist, da ich ungefähr zwei Meter groß bin. Meine Freundin schlief leider viel zu fest, sodass ich ihr nicht mehr Bescheid geben konnte.

Dann kamen die grünen Männer schon zum Fenster herein und machten sich über meine Freundin her, welche immer noch seelenruhig im Bett vor sich hin schnarchte, was sich ehrlich gesagt anhörte, als ob jemand einen Baum fällt. Das ist übrigens auch der Grund dafür, warum ich wach war und warum ich mich im Schrank verstecken konnte.

Als die grünen Männchen merkten, dass nur eine Person im Bett lag und schlief, die gerade einmal 160 Zentimeter groß war, blieb nur das kleinste der grünen Männchen bei meiner Freundin am Bett. Die anderen kletterten wieder aus dem Fenster heraus und verschwanden aus meinem Blickfeld.

Das kleinste Männchen machte sich dann daran, in die Nase meiner Freundin zu schlüpfen und die Kontrolle über sie zu übernehmen.

Genau aus diesem Grund weiß ich heute auch genau, dass es nicht meine Freundin war, die mich heute verraten hat, sondern das kleine grüne Männchen in ihr!

Ich stehe nun schon seit vielen Jahrzehnten hier – immer an dieser Stelle und zu jeder Jahreszeit. Im Sommer genauso wie im Winter, auch wenn es schneit, regnet und stürmt. Das ist auch kein Wunder, denn ich bin fest verwurzelt mit dieser Erde.

Schon seit einigen Jahren läuft hier jeden Abend eine Joggerin lang, nein das ist falsch, es laufen hier jeden Abend zwei Joggerinnen lang. Ich kann sie immer schon aus der Ferne sehen, die Menschen, wie sie sich mit ihren beiden Beinen fortbewegen. Das ist durch meine Größe möglich, und ich bin immer neidisch auf die Menschen. Ich würde mich auch gerne fortbewegen können, würde auch gerne die Welt sehen, dass Meer, von welchem mir die Vögel immer berichten. Jedes Jahr erzählen sie mir davon, immer wenn sie hier vorbeikommen, hier einen Halt machen.

Heute war die Joggerin nicht mit ihrer Freundin unterwegs. Ich weiß, nicht warum, denn sie waren immer zu zweit. Aber sie war auch nicht alleine, jemand folgte ihr. Ich konnte ihre Angst spüren, konnte sehen, wie sie schneller wurde. Leider konzentrierte sie sich nicht auf den Weg, denn dann hätte sie meine Wurzel sehen können. Wenn mich die Menschen verstehen würden, dann hätte ich ihr noch zugerufen, dass sie dort ist, dort wo sie schon immer ist. Leider kann ich meine Wurzeln nicht bewegen, ich kann mich leider überhaupt nicht bewegen. Wenn ich das könnte, dann wäre ich wahrscheinlich nicht mehr hier. Da ich es aber nicht kann, musste ich mitansehen, wie die Joggerin das erste Mal über meine Wurzel fiel. Das ist ihr bisher noch nie passiert und das, obwohl sie schon so lange hier langläuft. Als sie sich mit ihren Händen abfing, um nicht mit dem Gesicht auf den Boden aufzuschlagen, viel ihr etwas vom Armgelenk. Viele Menschen laufen damit herum, wozu es da ist, dass weiß ich leider nicht.

Auf einmal war er da, die zweite Person, die ihr folgte. Er war schnell, der zweite Mensch. Er trat von hinten an ihr heran, griff nach ihr, ein Knacken folgte und in der ferne lachte eine Ente. Auf einmal war die Joggerin ganz ruhig, sie bewegte sich nicht mehr, atmete nicht mehr, sie war tot. Ihr Verfolger packte den leblosen Körper und brachte ihn weg, aber nicht weit weg, sondern in ein Haus, in welchem schon seit Jahren kein Mensch mehr lebte. Er verschwand mit ihr in diesem Haus und tauchte erst am frühen Morgen wieder auf, ohne die Joggerin. Er schaute sich kurz um und ging vom Haus weg. Irgendwann konnte ich ihn dann nicht mehr sehen.

Später kamen dann viele andere Menschen hierher. Sie suchten die Joggerin und fanden nur das Teil, welches ihr gestern vom Armgelenk gefallen ist. Auch den vielen Menschen konnte ich bei ihrer Suche nicht helfen, obwohl ich wusste, wo die Joggerin ist. Aber die Menschen verstehen mich leider nicht!

Hier findet ihr den zweiten Teil von der Kurzgeschichte : Die lachende Ente – Teil 2

Und hier findet ihr den ersten Teil der Kurzgeschichte : Die lachende Ente – Teil 1

Hatte sie ihn gesehen? Er war gerade dabei in ein leer stehendes Haus einzusteigen, in welchem er die Nacht verbringen wollte. Genau in diesem Moment lief die Joggerin an dem Grundstück vorbei und er hätte schwören können, dass sie ihm genau in die Augen gesehen hat. Wenn sie ihn wirklich gesehen hatte, dann würde die Joggerin wahrscheinlich die Polizei rufen und dieses Risiko konnte er nicht eingehen. Nicht er, wo seine DNA doch bundesweit gesucht wird. Wer weiß, ob die Polizei nicht auf die Idee kommen würde, eine DNA-Probe von ihm zu nehmen, sobald sie ihn wegen Einbruchs verhaftet hatte? Dieses Risiko war ihm einfach zu groß. Sicher könnte es auch Einbildung sein und die Joggerin hatte ihn gar nicht gesehen. Aber das wusste er nicht und sollte es so sein, dann war die Joggerin eben zur falschen Zeit am falschen Ort. Sie hätte ja fünf Minuten vorher hier langlaufen können, oder fünf Minuten später. Dass sie es genau in diesem Moment getan hatte, das war nicht sein Problem, das war ihres.

Er machte sich auf dem Weg, leise, fast unsichtbar schlich er durch die Nacht. Die Joggerin hatte er immer im Auge. Er merkte, dass sie immer nervöser wurde, irgendwas hatte sie. Wahrscheinlich hatte sie ihn wirklich gesehen und hatte nun Angst, dass er sie verfolgt. Was er ja auch tat, aber das wusste sie nicht. Sie wurde immer schneller, er konnte förmlich hören, wie ihr Puls explodierte und sehen konnte er, dass sie sich nicht mehr auf den Weg konzentrierte.

Er erinnerte sich an sein erstes Opfer. Sie war zwar keine Joggerin, aber als sie erkannte, was er vorhatte, da fing auch sie an, zu laufen. Damals konnte er ebenfalls fühlen, wie ihr Puls explodierte, wie das Adrenalin durch ihre Adern schoss und wie sie sich nicht auf den Weg konzentrierte. Er konnte ihren Instinkt verstehen, sie wollte weg, wollte noch nicht sterben aber er hatte sie auserwählt. Sie sollte sein erstes Opfer sein, er wollte sie und niemand anderen. Dass sie weglief, das erregte ihn nur noch mehr. Er wollte sie haben und er bekam sie auch, damals.

Inzwischen waren es schon sehr viel mehr Opfer geworden, alle sahen sie sich ähnlich, alle gefielen sie ihm und alle wollte er haben. Und er bekam sie alle, hatte Macht über sie, sie mussten machen, was er von ihnen wollte und das in den letzten Minuten ihres Lebens.

Heute war es aber anders, diesmal wollte er sie gar nicht, sie sieht zwar nicht schlecht aus, aber sie ist nicht die Art Frau, welche er begehrt. Sie war einfach nur zur falschen Zeit an ihm vorbei gelaufen. Plötzlich sah er sie stolpern, sie fiel über eine Baumwurzel, ihr Trainingscomputer fiel ihr vom Handgelenk. Er würde es für sie kurz machen, schmerzlos, nicht so wie bei seinen eigentlichen Opfern. Während er seine Tat ausführte, hörte er eine lachende Ente. Ob sie das wohl auch getan hätte, wenn sie wüsste, was hier gerade geschah?

Am nächsten Tag war er schon weit weg. Die Leiche der Frau lag in seinem Versteck, und bevor die Polizei sie finden würde, ist er schon wieder mehrere Hundert Kilometer entfernt. Die Joggerin tat ihm leid, sie hätte nicht sterben müssen. Als er an einem kleinen Laden vorbeikam, konnte er kurz den Nachrichten lauschen. Die Polizei sucht schon nach ihr, Sabrina hieß sie. Sie bittet um Hilfe bei der Suche nach der Vermissten. Vielleicht würde er am Abend kurz anrufen, und einen anonymen Tipp geben.

Teil 1 der Kurzgeschichte findet ihr hier: Die lachende Ente – Teil1 – Kurzgeschichte