Svens kleiner Blog

Nicht wegen Geld, nicht wegen Ruhm, nicht wegen Aufmerksamkeit sondern einfach nur so ;-)

„Schreib doch einfach“, sagt sie, „lass dich nicht ablenken von dem, was ich hier tue.“ Nicht ablenken, sie hat leicht reden. Wie soll ich mich nicht ablenken lassen, wenn ich gerade nach allem suche, was mich vom Schreiben ablenkt? Hätte ich den Fokus gefunden, wäre die Figur, über die ich schreiben will, schon mit mir auf Reisen gegangen, dann hätte ich gar nicht mitbekommen, was sie dort tut, dann hätte sie mir gar nicht sagen müssen, dass ich mich nicht ablenken lassen soll.

Doch die Figur ist noch ziemlich verschwommen. Sie konnte mich noch nicht packen, konnte mich noch nicht aus dem Stuhl ziehen und mich auf die Reise mitnehmen. Noch hampelt sie dort hinten rum, hat bisher nicht einmal einen Namen, lacht mich aus, hat noch keine Zeit für mich. Ich bin mir sicher, dass sie irgendwann ins Licht kommen wird, dass sie mir irgendwann ihren Namen verraten wird und das ich irgendwann all das aufschreiben darf, was sie erlebt.

Wird die Geschichte auf einem Bauernhof stattfinden? Werde ich über Schweine und Kühe schreiben? Kann ich da nicht sogar schon die Hühner hören? Nein, ich kann sie noch nicht hören, ich weiß nicht einmal, ob die Hühner überhaupt dabei sind, ob ich überhaupt über einen Bauernhof schreibe.

Vielleicht führt mich meine Figur ja auch in eine Gaststätte, oder an einem Imbiss. Warum nicht? Sind nicht die verrücktesten Geschichten schon an einem Imbiss entstanden? Der Mann, der gerade seine Bockwurst in den Senf taucht, während er von einem Ball am Kopf getroffen wird und sein Gedächtnis verliert. Ja, okay, von einem Ball verliert wohl niemand sein Gedächtnis und warum eigentlich eine Bockwurst mit Senf? Er könnte ja auch Pommes mit Ketschup essen oder ein Fischbrötchen. Nein, ich glaube, meine Figur wird mich nicht in eine Gaststätte führen, sie wird mit mir auch nicht zu einem Imbiss gehen.

Da kommt sie langsam auf mich zu, langsam werden die Umrisse meiner Figur schärfer. Ich kann noch nicht erkennen, ob es eine Frau oder ob es ein Mann ist, aber sie wird deutlicher. Und doch weiß ich noch nicht, wo mich diese Geschichte hinführen wird. Wird sie mich in eine freundliche Welt führen? Oder ist es eher eine traurige Welt, die mir auf dieser Reise begegnen wird? Wird meine Figur bis zum Ende überleben, wird sie glücklich sein? Oder werde ich sie unterwegs verlieren?

Nun gut, spekulieren hilft nicht. Solange die Figur noch im Nebel steht, solange wird mich alles ablenken. Auch wenn sie sagt, dass ich mich nicht ablenken lassen soll. Ich höre die Vögel draußen, schwebe mit ihnen durch die Lüfte. Sind die Vögel vielleicht heute meine Figur? Nein, die Vögel sind es nicht, auch sie lenken mich nur ab, genauso wie der Baum, der zusammen mit dem Wind tanzt. Oder der Fluss, der langsam vor sich hinrauscht, oder die Biene – ach eigentlich lenkt mich die gesamte Natur ab.

„Hallo“, höre ich es plötzlich von meinem Schreibtisch, „Hallo du, ich bin die Sabrina. Ich habe dich schon die ganze Zeit beobachtet, habe dir dabei zugesehen, wie du die Natur beobachtet hast.“ „Hallo Sabrina,“, sage ich, „wollen wir heute auf eine Reise gehen? Soll ich heute deine Geschichte aufschreiben?“ Sabrina nickt und sagt: „Nicht nur meine Geschichte. Ich werde dir all meine Freunde vorstellen, werde dir zeigen, wo ich wohne und wo ich arbeite. Du wirst heute eine Menge zu tun haben, während du mich durch meine Welt begleitest. Und du wirst mehrere Geschichten hören, die du aufschreiben wirst. Freust du dich schon?“ „Aber sicher“, sage ich zu Sabrina, obwohl ich noch gar nicht weiß, ob es denn eine freundliche oder traurige Geschichte ist.

Ich muss hier jetzt mal ein kleines Geheimnis loswerden. Seit 2008 schreibe ich jetzt hier diesen Blog, schon 2004 habe ich auf Lesensiegut.de angefangen Bücher vorzustellen, die ich gelesen habe und noch ein paar Jährchen früher habe ich auf anderen Portalen meine Gedichte veröffentlicht, die ich damals schon geschrieben habe. Seit ich hier diesen Blog schreibe, verbessert sich meine Rechtschreibung von Jahr zu Jahr merklich, 2010 wurde ich sogar bei Suite101 angenommen, die damals ziemlich strenge Regeln hatten – inzwischen existiert die Seite in dieser Form nicht mehr.

Schreiben tue ich das, weil es für mich nicht selbstverständlich ist, dass ich hier schreibe. Mein Ausdruck hat zwar schon immer gestimmt, aber in Rechtschreibung und Grammatik habe ich in der Schule regelmäßig versagt. Sowohl in der Grundschule wie auch in der Gesamtschule habe ich für diese beiden Dinge immer eine Sechs bekommen, vielleicht ab und an mal eine Fünf, aber meistens eben diese Sechs. Irgendwie waren damals alle Bemühungen, dies zu ändern, umsonst. Ich habe es nicht hinbekommen, obwohl ich schon damals sehr gerne Geschichten schrieb. Eine Zeitlang ließ ich es deswegen, schrieb nicht, weil ich es nervig fand, immer wieder diese dämlichen Fehler zu machen.

Und wahrscheinlich würde ich hier auch heute gar keinen Blog mehr schreiben, wenn das Verlangen mich mit Worten auszudrücken nicht größer gewesen wäre, als der Ärger über die Menschen, die sich über meine Rechtschreibung lustig gemacht haben. Und davon gab es nicht wenige, aber es gab eben auch Menschen, die haben sich für den Inhalt interessiert, die haben mir zwar auch Tipps gegeben und mich auf Rechtschreibfehler hingewiesen, aber sie haben mich auch immer wieder ermutigt, weiter zu schreiben und weiter zu veröffentlichen.

Und ich glaube, heute kann ich sagen, dass diese Menschen ein Glücksfall für mich waren. Wenn ich mir Blogartikel von 2008 ansehe, oder Buchbesprechungen von 2004, dann schüttel ich immer wieder mit dem Kopf, welche Fehler ich damals doch gemacht habe. Aber ich würde sie wohl immer noch machen, wenn ich nicht regelmäßig geschrieben hätte. Natürlich mache ich immer noch viel zu viele Fehler, aber ich sehe die Fortschritte und ich weiß, wenn ich weiter schreibe, dann werde ich auch irgendwann diese Fehler nicht mehr machen.

Ob ich, wenn ich jetzt in der Schule wieder Diktate schreiben würde, nicht immer noch eine Sechs für meine Rechtschreibung bekommen würde, ich weiß es nicht. Aber ich glaube, dass mich diese Noten damals ziemlich demotiviert haben. Und ich glaube, dass diese Demotivation ein Grund war, warum sich meine Rechtschreibung nicht verbessert hat.

„Bello, wirst du wohl herkommen!“, rief Katja dem Hund hinterher, der sich im Park gerade von ihr abgesetzt hatte. Katja ist 26 Jahre alt und Hundesitterin. Sie ist die beliebteste Hundesitterin in der Stadt, weswegen sie mehr Nachfrager hat, als sie überhaupt bedienen kann. Gerade ist sie mit Bello unterwegs, einem mittelgroßen Hund, der für die nächsten sechs Stunden in ihrer Obhut sein wird.

Wenn Katja einmal nicht auf Hunde aufpasst, dann geht sie gerne in die Bibliothek, denn Bücher sind ihre Leidenschaft. Und obwohl sie viel Zeit damit verbringt, auf die Hunde anderer Menschen aufzupassen, verbringt sie doch die meiste Zeit – jedenfalls in ihrer Realität – mit den Büchern.

Hundesitterin ist Katja eigentlich auch nur geworden, weil sie schon in ihrer Jugend immer auf die Hunde der Nachbarn aufgepasst hat, um sich damit ihr Taschengeld aufzubessern. Von daher konnte sie viel Erfahrung im Umgang mit Hunden sammeln, was ihr jetzt zugutekam, denn nur dadurch konnte sie diesen Ferienjob zu ihrem Hauptberuf machen. Reich werden kann sie mit dem Job nicht, obwohl ihre Auftraggeber meist sehr reiche Leute sind, aber immerhin kann Katja damit einen guten Lebensstandard finanzieren, und da sie, bis auf die Bücher, keine Süchte hatte, konnte sie sogar noch Geld sparen. Einen Teil davon verwendete sie, um sich für das Alter abzusichern, mit dem anderen Teil konnte sie jedes Jahr einen schönen Urlaub machen, den sie mit ihrer besten Freundin verbrachte.

Sabine, so heißt ihre beste Freundin, begleitet Katja auch oft bei den Spaziergängen mit den Hunden, obwohl Sabine eigentlich kein so wirklicher Hundefan ist. Sie hatte eigentlich mal Angst vor Hunden, weil sie als Kind von einem Hund verfolgt wurde. Ihr Glück war, dass sie sich in einem Kaufhaus verstecken konnte, sonst wäre Sabine damals wohl von dem Hund gebissen wurden. Katja half ihr aber dabei, diese Angst zu überwinden, denn als Katjas beste Freundin kam Sabine natürlich mit vielen Hunden in Kontakt.

Heute war Sabine nicht dabei, was Katja aber nicht weiter störte. Natürlich findet Katja es schön, wenn sie sich während ihrer langen Spaziergänge mit ihrer besten Freundin unterhalten kann, aber ab und an liebt sie es auch, sich einfach nicht mit anderen Menschen unterhalten zu müssen. Heute war so ein Tag, denn eigentlich wollte sie heute in der Bibliothek sein. Bello war heute gar nicht eingeplant, doch da sie Zeit hatte, konnte sie den spontanen Auftrag annehmen, wofür sie allerdings einen Aufschlag von 50 Prozent auf ihr Honorar berechnete. Eigentlich noch viel zu wenig, wie Katja fand, denn durch diesen Auftrag ist ihr ein großes Abenteuer entgangen, auf das sie sich schon die letzten beiden Tage gefreut hatte.

Bibliothek und Abenteuer? Ja, für Katja ist das möglich. Katja hat da nämlich ein Geheimnis, das sie bisher mit niemandem geteilt hat. Katja kennt in der Bibliothek einen kleinen Raum, in den sie sich immer mit einem Buch zurückzieht, sobald sie sich aus der Masse der Bücher eines ausgesucht hat. Anscheinend wussten nicht einmal die Angestellten der Bibliothek, dass es diesen Raum gab, aber dieser Raum war natürlich nicht Katjas Geheimnis. Er war nur nützlich, weil Katja dann nicht unbedingt jedes Buch ausleihen muss, und sie ihre Abenteuer auch in der Bibliothek erleben kann.

Katja liest die Bücher nicht, so wie sie jeder andere liest, sondern sie verschwindet in den Büchern. Ihr Geheimnis ist, dass sie sich in die Bücher hinein beamen kann. Damit ist nicht gemeint, dass Katja eine sehr ausgeprägte Phantasie hat, wodurch sich die Geschichte real in ihrem Kopf abspielt, sondern damit ist gemeint, dass Katja wirklich in diesem Buch ist. Würde jemand den Raum betreten, während Katja ihr Abenteuer erlebt, so würde er nur das aufgeschlagene Buch auf dem Tisch finden, Katja selbst würde sich nicht in diesem Raum befinden.

Diese Fähigkeit entdeckte Katja eher zufällig. Damals, sie war gerade 10 Jahre alt, las sie eine Kindergeschichte, und plötzlich, ohne dass sie etwas dagegen tun konnte, war sie mitten in der Geschichte. Sie erlebte alles hautnah, und erst, nachdem sie das Ende der Geschichte erreicht hatte, war sie zurück in ihrem Zimmer. Natürlich war die Abwesenheit von Katja nicht unbemerkt geblieben, weswegen sie später noch Ärger mit ihren Eltern bekam, die sich nämlich Sorgen um Katja gemacht hatten. Aber als Katja begriff, dass sie wirklich im Buch war, war ihr dieser Ärger ziemlich egal. Nach einigen weiteren Abenteuern bemerkte sie dann auch, dass ihr Aufenthalt in den Büchern immer genau eine Stunde betrug, egal wie viel Zeit während des Abenteuers verstrich, und so konnte sie natürlich ihre Abenteuer sehr gut planen, sodass die Eltern gar nicht mehr bemerkten, wenn sie wieder einmal für eine Stunde spurlos verschwunden war.

Und noch besser ist, dass Katja in dieser Bücherwelt nicht sterben kann. Also nicht wirklich sterben! Die Person, die sie in dieser Bücherwelt ist, kann schon während des Abenteuers sterben. Katja ist das aber erst zweimal passiert, und ehrlich gesagt, waren ihr diese zwei Sterbeszenen schon zu viel.

Ihr heutiges Abenteuer musste sie nun allerdings verschieben, aber irgendwie musste sie sich ihr Leben in dieser realen Welt ja finanzieren. Das Gute an Büchern ist aber, dass sie nicht einfach verschwinden können, und so kann sich Katja doch schon wieder freuen, denn das Abenteuer, das sie heute durch den Auftrag verpasst hat, kann sie jederzeit nachholen.

Thema geklaut bei der Blogparade von Cluewriting

„Was für ein geiles Wort!“, dachte sich Paul, als er sein Werk betrachtete. Er hatte zwar keine Ahnung, was das für ein Gerät sein sollte, aber die Länge des Wortes hatte ihn gereizt. Ein halbes Jahr ist es jetzt her, dass er es irgendwo gelesen hatte, und vor einer Woche fand er dann auch die passende Wand, an der er dieses Wort verewigen konnte. Und heute hat er es dann umgesetzt, hat sich für jeden Buchstaben extra viel Zeit genommen, denn Zeit hatte er hier genug, und das Wort an die Wand gebracht. Ein halbes Jahr Vorbereitung hat er in das Projekt gesteckt, und jetzt war es vollendet.

Stift um Stift hat Paul verbraucht, um das richtige Design zu finden. Nicht das Wort war wichtig, sondern das Design. Die Kunst versteckte sich in den Details und hier konnte er sich austoben, denn das Wort hatte 41 Buchstaben. 41 Buchstaben sind eine Menge Platz für Kunst und genau darum ging es Paul, als er dieses Projekt startete.

Er musste sogar einen Ferienjob aufnehmen, damit er sich die vielen Dosen mit Sprühfarbe leisten konnte, die er brauchte, um dieses Projekt umsetzen zu können. Paul hatte viel Spaß in der Werbeagentur, denn auch dort konnte er kreativ arbeiten und der Chef war so zufrieden mit Paul, dass er ihm gleich einen Ausbildungsvertrag anbot. Dabei hatte Paul noch ein Jahr Schule vor sich, bevor er in die Arbeitswelt starten würde. Das war dem Chef natürlich auch bewusst, weswegen er in den Vertrag auch einen Notenschnitt mit aufnahm, den Paul erreichen musste, damit der Ausbildungsvertrag gültig ist. Nichts, was nicht erreichbar wäre, aber der Chef der Werbeagentur will damit vermeiden, dass Paul die Motivation verliert, weil er seinen Ausbildungsvertrag bereits in der Tasche hat.

Paul war klar, dass er diesen Ausbildungsvertrag nur bekommen hatte, weil er so hart an diesem Projekt gearbeitet hat, weswegen es schon ein Erfolg war, bevor es heute seine Vollendung gefunden hatte.

Und diese Wand hier hatte er auch nur gefunden, weil er diesen Ferienjob hatte. Denn hätte er für die Werbeagentur nicht das Päckchen zu einem Kunden bringen müssen, dann wäre er nie über diese Brücke gefahren. Und wäre er nicht über diese Brücke gefahren, nun, dann hätte er vor einer Woche nicht diese Wand entdeckt. Obwohl er sie eigentlich nur entdeckt hatte, weil er, als er unkonzentriert durch die Gegend schaute, beinahe das Gleichgewicht verloren hätte und er sich nur gerade so vor einem Sturz mit dem Fahrrad bewahren konnte. Und genau dabei entdeckte er diese perfekte Wand.

Dieser Ferienjob brachte ihm also nicht nur das Geld, mit dem er sich die Sprühfarbe kaufen konnte, er brachte ihm auch die perfekte Wand, um sein Projekt abschließen zu können, und er brachte ihn Sicherheit für die Zukunft. Wegen dieser Zukunft überlegte er auch kurz, das Projekt doch nicht zu einem Ende zu bringen, denn wenn er dabei erwischt wurde, würde seine sichere Zukunft wieder auf wackligen Pfeilern stehen. Doch dann sagte er sich, dass dieses Projekt der Grund für all diese Entwicklungen war, und deswegen musste es nun auch zu einem Ende gebracht werden.

Drei Stunden hat er nun dafür gebraucht und nun stand das Wort endlich an dieser Wand. Er konnte es noch immer nicht glauben, dass das jetzt das Ende sein sollte, aber es ist nur das Ende von diesem Projekt, nicht das Ende seines Lebens, denn das fing gerade erst an. „Hochfrequenzniederspannungsvorschaltgerät“ – Paul wusste immer noch nicht, was das ist, aber er wusste, dass er so ein Teil unbedingt mal sehen musste, denn dieses Gerät war daran schuld, dass seine nähere Zukunft jetzt schon gesichert war.

„Kommen Sie, kommen Sie schnell“, ruft er der Menge entgegen. „Pünktlichkeit ist heute gefragt“, sagt er, „wenn Sie das Haus noch sehen wollen.“

Das Haus? Ist es nicht schon viel zu spät dazu? Gesehen habe ich es schon oft, doch lange wird es wohl nicht mehr sein. Doch doch, es ist ein wirklich schönes Haus, von außen glänzt es sogar und es zieht wirklich viele Menschen an, aber im Inneren ist es nicht mehr als eine Hütte.
Pünktlichkeit könnte wohl schon zu spät sein, denn es krieselt im Fundament des Hauses. Ja, es wird täglich Beton hinein gepumpt, aber dieser schafft es nicht, das Fundament wieder zu stabilisieren.

„Ein schönes Gebäude, oder?“, fragt mich ein Tourist, der noch nie im Inneren des Hauses war. „Ich könnte mir durchaus vorstellen, in diesem Haus zu leben“, sagte er weiter. Ich lächel ihn an und frage: „Warum wollen sie in diesem Haus leben? Nur weil es von Außen so schön glänzt?“ Er schaut mich an, ist verblüfft, fragt mich, ob ich nicht selbst auch in diesem Haus leben wolle. „Hab ich schon“, antworte ich ihm. „Und warum jetzt nicht mehr?“, möchte der Tourist wissen. Ich deutete ihm, dass er sich doch auf die Bank setzen sollte, denn die Antwort würde etwas länger dauern.

„Warum ich nicht mehr in dem Haus lebe? Nun, es liegt wohl an der Hektik, die in diesem Haus herrscht. Es ist wohl die Tatsache, dass es darin durchaus schöne Dinge zu bestaunen gibt, aber sie sind halt tatsächlich nur dazu da, um sie zu bestaunen. Das Problem ist, dass nur wenige Hausbewohner diese Dinge überhaupt benutzen dürfen, die restlichen Bewohner aber müssen sich mit kleinen Appartments zufriedengeben, die nur das Nötigste beherbergen.“

Der Tourist machte große Augen. Er konnte nicht glauben, dass es in diesem wunderbaren Haus Appartments geben sollte, die nicht genauso schön sind.

„Aber das ist nicht das einzige Problem. Es sind nicht nur diese kleinen Appartments, die einem das Leben in diesem Haus so unangenehm machen, es sind auch die Geräusche. Das knarren in den Wänden und dann ist da noch das Fundament, das ständig mit Beton ausgebessert werden muss, ohne dass es irgendeine Verbesserung gibt. Und die Grundversorgung ist auch eher unzuverlässig in diesem Haus, allerdings nur in den kleinen Appartments. In den großen Wohnungen gibt es diese Probleme nicht und irgendwie gibt es dort auch nicht diese nervigen Geräusche, die in den kleinen Appartments zu hören sind.“

Der Tourist schaut mich an und fragt mich, warum die Menschen denn nicht einfach ausziehen, wenn das Gebäude denn innen gar nicht so schön ist?

„Nun, die Menschen glauben einfach nicht, dass es ein anderes Haus geben könnte, dass besser ist als das, in dem sie jetzt leben. Sie haben sich an das Haus gewöhnt, sie haben sich an die nervenden Geräusche gewöhnt und das Fundament macht ihnen auch keine wirklichen Sorgen, denn das droht nun schon so lange zu zerbröckeln, dass keiner mehr daran glaubt, dass das wirklich einmal kaputt gehen könnte. Die Menschen sind froh, dass sie überhaupt etwas haben, dass sie nur selten hungern müssen und das die Grundversorgung gegeben ist, auch wenn sie unzuverlässig ist.“

„Und warum bauen sich die Menschen nicht einfach ein neues Haus? Ein Haus, das auf einem stabilen Fundament steht und in dem es für jeden mehr gibt als diese kleinen Appartments?“ Eine interessante Frage, die der Tourist da stellt.

„Ich vermute, dass die Menschen einfach Angst davor haben, das alte Haus abzureißen. Sie müssten ja dann erst einmal das aufgeben, was sie jetzt haben, um dann das Haus total neu aufzubauen. Es gibt sicher einige Menschen, die dazu durchaus willens wären, aber dieser Wille schwindet natürlich umso mehr, umso größer die Appartments werden. Und die Menschen, die in diesem Haus eine Wohnung besitzen, die sind auf jeden Fall gegen einen Abriss des Hauses. Nicht nur, weil sie am meisten zu verlieren hätten, sondern auch, weil sie danach kleinere Wohnungen hätten, wenn der Platz neu aufgeteilt wird. Sie würden also mehr verlieren als die anderen, dafür aber weniger zurück bekommen und deswegen versuchen sie alles, um die Mehrheit der Bewohner auf ihrer Seite zu bekommen. Und genau deswegen wird kein neues Haus gebaut, weil es Bewohner gibt, die das alte Haus nicht aufgeben möchten.“

Der Tourist schmunzelt mich an. Er meint, dass er wohl verstanden hat, was dort in diesem Haus los ist. Natürlich möchte er jetzt nicht mehr in diesem Haus leben, auch wenn es von Außen natürlich immer noch wunderschön aussieht. „Aber“, sagt er, „der Rasen vor dem Haus, das ist schon englischer Rasen, oder?“

„Ja“, sagte ich, „der Rasen vor dem Haus ist tatsächlich englischer Rasen und es ist ein schöner Ort, um sich zu entspannen. Allerdings bestehe halt immer die Gefahr, dass das Haus einbricht und dann wäre von diesem englischen Rasen auch nicht mehr viel zu sehen.“

Der Tourist verabschiedete sich, ging weiter, schüttelte noch einmal mit dem Kopf, und kaufte sich dann Zuckerwatte, von der er sich genüsslich kleine Stücke in den Mund schob.

Vierhundert Menschen! Vierhundert Menschen, die, wenn wir genauer hinsehen, gerade um ihr überleben kämpfen. Sie treiben auf dem Meer, ihr Boot ist gekentert, keine Hilfe weit und breit. Sie kämpfen, wollen weiter, wollen hier nicht sterben. Sie haben noch Träume, sie haben Familie und sie tragen Verantwortung für diese Familie. Vierhundert Menschen! Die Herkunft ist egal, die Religion ist egal, wichtig ist nur, dass es Menschen sind. Wichtig ist, dass sie Träume haben, dass sie in ein anderes Leben flüchten wollen, dass sie die Hoffnung für Menschen sind, die sie zurücklassen mussten. Vierhundert Menschen!

Dort, ein Mädchen, vielleicht 18 Jahre alt. Sie sieht noch gut aus, könnte es schaffen, wenn Hilfe unterwegs wäre. Sie schwimmt noch, hat noch keine Probleme damit, sich über Wasser zu halten. Ist das noch ein Lächeln, das über ihr Gesicht huscht? Ist das noch Hoffnung? Glaubt sie, dass noch alles gut wird?

Als sie vor mehreren Wochen ihr Heimatdorf verließ, hatte sie große Pläne. Sie wollte raus aus der Armut, wollte in eine andere Welt. Sie wollte gar nicht viel, sie wollte lernen. Mehr wollte sie nicht! Sie wollte Wissen sammeln, wollte Studieren, wollte Geld verdienen, damit sie den Menschen in ihrem Dorf helfen kann. Sie wollte Hoffnung in ihr Dorf bringen, wollte beweisen, dass sie nicht hungern müssen, dass es ihnen genauso gut gehen kann, wie den Menschen in der Welt, in die sie fliehen wollte.

Sie wollte nicht viel? Doch, sie wollte viel! Sie wollte die Welt verändern, wollte Ungerechtigkeiten benennen und sie abschaffen. Obwohl sie in einem kleinen Dorf lebte, konnte sie lesen und schreiben. Und sie las viel. Viel über die Welt, in die sie fliehen wollte und über die Möglichkeiten, die sie hätte, um dort die Welt zu verändern. Ihr war bewusst, dass sie noch viel lernen musste, um überhaupt eine Chance zu haben und ihr war bewusst, dass sie kämpfen musste, um ihre Ziele zu erreichen.

Wollen wir ihr einen Namen geben, denn sie hat einen Namen verdient. Nicht irgendeinen, nicht einen, den wir nicht aussprechen können, weswegen wir ihn schnell wieder vergessen. Geben wir ihr einen Namen, wie er in Europa oft zu hören ist. Nennen wir sie Svenja.

Svenja entschied sich vor vielen Wochen, ihr Dorf zu verlassen. Die Entscheidung fiel ihr nicht leicht, denn sie verließ nicht nur die Armut, die dort herrschte, sondern auch ihre Familie und Freunde. Sie verließ all die Menschen, mit denen sie aufgewachsen ist, mit denen sie viel gelacht hat und auch viel geweint. Sie verließ die Welt, in der sie aufgewachsen ist und die sie geprägt hat. Sie verließ den Ort, an dem sie viele Sonnenauf- und Untergänge erlebt hat, an dem sie sooft die Sterne beobachtet und ja, an dem sie auch das erste Mal geküsst hat. Svenja machte sich diese Entscheidung nicht leicht, aber der Hunger, den sie in ihrem Dorf oft erleben musste, stärkte sie. Nein, nicht nur der Hunger, auch die Gewalt, die in ihrem Land herrschte und die auch vor ihrem Dorf keinen Halt machte, half ihr dabei, diese Entscheidung zu treffen. Sie zog also los, um diese andere Welt zu erreichen, von der sie schon soviel gelesen hatte.

Sie machte sich auf den Weg, auf dem Svenja viele andere Menschen kennenlernte. In den Wochen, die sie bis zum Meer brauchte, lernte sie eine alte Frau kennen, bei der sie übernachten durfte. Sie war zu diesem Zeitpunkt schon eine Woche unterwegs, hatte wenig geschlafen und mehr als einmal musste sie sich vor Männern in Sicherheit bringen, die nichts Gutes von ihr wollten. Nach dieser Woche hatte Svenja schon viel von ihrem Mut verloren. Sie dachte daran, wieder umzukehren, wieder in ihr Dorf zu gehen, zurück zu ihren Freunden und zu ihrer Familie. Scheitern, hatte ihr Vater ihr gesagt, scheitern sei nichts Schlimmes, denn scheitern können nur die Menschen, die etwas gewagt haben. Sie hätte also in ihr Dorf zurückkehren können, ohne das ihr irgendwer Vorwürfe gemacht hätte. Aber Svenja hielt durch und sie traf diese alte Frau, bei der sie übernachten durfte. Und sie blieb dort nicht nur eine Nacht, sie blieb dort fünf Nächte. Sie half der Frau bei ihrer Arbeit. Svenja holte Wasser aus dem Brunnen, der sich in der Nähe der Hüte befand. Sie sammelte die Eier der Hühner ein, die der alten Frau gehörten und sie übernahm viele andere Arbeiten. Im Gegenzug bekam sie Essen, Trinken und eine Schlafstelle. Aber das Wichtigste, was sie bekam, waren die vielen Geschichten, die die alte Frau jeden Abend erzählte. Geschichten, die Svenja wieder neuen Mut gaben und die sie in der anderen Welt, in die sie gerade flüchtete, anderen Menschen erzählen wollte, um diesen Menschen Mut zu machen. Denn, wie sie von der alten Frau erfuhr, es gab auch in dieser Welt Menschen, die Mut brauchten, weil es ihnen nicht so gut ging, weil auch sie in Armut lebten. Als sie weiterzog, wünschte ihr die alte Frau viel Glück. Sie hoffte, dass Svenja sie nicht so schnell vergisst und das sie sich vielleicht noch einmal wiedersehen, auch wenn der alten Frau bewusst war, dass ihr Leben nur noch eine kurze Zeitspanne hatte.

Svenja ging weiter, begegnete auf ihrer Reise einen jungen Mann. Doch, sie verliebte sich in ihn, jedoch war der Wunsch, in die andere Welt zu gelangen, stärker und so ließ sie den jungen Mann, nach einigen Tagen, zurück. Für Liebe hatte sie auch in der Welt hinter dem Meer noch genügend Zeit.

Sie erreicht das Meer, schaffte es auf ein Schiff, das noch 399 andere Menschen nach Europa bringen sollte und sie freute sich darauf, in Europa zu lernen.

Gewiss hätte Svenja es schaffen können. Sie war eine starke Frau, gerade erst 18 Jahre alt. Sie hätte viel zu erzählen gehabt, hätte vielleicht sogar ein Buch schreiben können, mit dem sie vielleicht sogar viel Geld verdient hätte. Aber auf dem offenen Meer kenterte ihr Schiff, war plötzlich nicht mehr da. Svenja war jung, hatte noch genügend Kraft, und wenn Hilfe gekommen wäre, dann wäre sie sicher unter den wenigen Menschen gewesen, die hätten gerettet werden können. Aber die Hilfe kam nicht und irgendwann machte Svenja ihren letzten Atemzug, dann verließ sie die Kraft, dann verlor sie den Mut und dann sank sie auf den Grund des Meeres, zusammen mit ihrem Traum und der Hoffnung und den Geschichten der alten Frau, die sie erzählen wollte. Und vor ihr und nach ihr versanken weitere 399 Träume, sanken auf den Grund des Meeres. Vierhundert versunkene Träume.

Vor einiger Zeit habe ich ein einer Schreibwerkstatt teilgenommen. Es war die Erste, die ich besucht habe. Mit 90 Minuten Schreibübungen und noch einmal 90 Minuten kritisieren von Texten, war der Kurs leider viel zu kurz, aber für 10 Euro kann man wahrscheinlich nicht viel mehr erwarten.

Als Übung zum Warmwerden, sollten wir einen Gegenstand beschreiben. Einen der greifbar war, der fühlbar war, den man sehen- und schmecken konnte – hören konnte man ihn leider nicht. Um genau zu sein, es war ein Keks. Als zweite Übung sollten wir dann eine kurze Geschichte schreiben. Bevor wir damit aber anfingen, sollten wir uns einen Namen, das Alter, einen Gegenstand, ein Ereignis und den letzten Satz notieren. So habe ich noch nie angefangen meine Kurzgeschichten zu schreiben, aber im nachhinein weiß ich jetzt, dass es so sehr viel mehr Spaß machen kann, weil das Gehirn einfach schon dabei ist, die Geschichte zu entwerfen, noch bevor man mit dem Schreiben angefangen hat. So habe ich, in den 30 Minuten die uns zur Verfügung standen, doch eine anständige kleine Geschichte zustande gekommen – sonst brauche ich die ersten 30 Minuten schon, um überhaupt einen Einstieg in die Geschichte gefunden zu haben.

Für mich steht fest, dass mir auch diese 90 Minuten schon ein wenig was gebracht haben. Und ich habe jetzt lust auf mehr. Ich möchte noch mehr solcher Schreibkurse besuchen, leider fehlt mir zu vielen solcher Veranstaltungen einfach das Geld, weswegen ich mich ein wenig an den Volksschulen umsehen muss. Und jetzt zurück zum Keks 😉 :

Viel zu oft habe ich dich einfach aus der Packung geholt. Habe dich, ohne dich wirklich zu beachten, in die Hand genommen und vernichtet. Deine Form nahm ich nie wirklich war, merkte nicht, dass du aus mehr als vier Ecken bestehst. Und deine zwei Gesichter – das eine goldbraun und das andere wie Schokolade.

Ich nahm dich einfach, ohne mich darüber zu freuen, dass du da warst. Bereitete mich nicht auf den zarten, schmelzenden Geschmack vor, den mir dein schokoladenbraunes Gesicht bringen würde, und auch nicht auf das Knuspern deines goldbraunen Gesichtes. Ich verschlang dich einfach!

Dabei sollte dein Anblick mir Glück bringen, sollte mir zeigen, dass es mir eigentlich sehr gut geht, dass ich das Glück habe, einen Keks genießen zu dürfen.

Irgendwann vor langer Zeit hatte ich hier mal einen Zeitplan für die Überarbeitung von meiner Kurzgeschichte „Telefonanruf aus Utopia“ veröffentlicht. Den habe ich allerdings nicht eingehalten und bin erst heute mit der ersten Phase der Überarbeitung fertig geworden. Jetzt sind die Seiten so ziemlich bunt, was mich schon überrascht hat. Als Ausrede möchte ich anbringen, dass die Kurzgeschichte schon im Jahr 2006 entstanden ist, und in dieser Zeit habe ich bestimmte Dinge beim Schreiben noch nicht beachtet. Allerdings hätte ich auch damals schon die Kurzgeschichte überarbeiten müssen, bevor ich sie zum Lesen freigegeben hätte. Denn beim Durcharbeiten ist mir aufgefallen, dass an einigen Stellen Wörter fehlen oder das Wörter falsch gewählt wurden sind. Das wäre mir auch vor 5 Jahren schon aufgefallen, damals war ich aber froh, die Kurzgeschichte endlich fertig zu haben.

Jetzt geht es in die zweite Phase. Das bedeutet für mich, noch einmal die gesamte Kurzgeschichte zu lesen und jetzt konkret auf den richtigen Satzbau und auf versteckte Ausdrucksschwächen zu achten. Das wird schneller gehen, denn dort, wo es mir aufgefallen ist, habe ich mir diese Stellen schon beim ersten Durchgang markiert. Dabei sind mir auch einige Dinge eingefallen, die ich noch sehr viel besser machen kann oder die ich ausbauen kann, weil ich zu wenig darauf eingegangen bin. Diese zweite Phase werde ich bis Ende November geschafft haben, bis dahin habe ich die Kurzgeschichte auch aus dem Kindle-Store genommen, denn da hat sie eindeutig noch nichts zu suchen.

In der dritten Phase werde ich dann die Kurzgeschichte in der neuen Version aufschreiben, und dann brauche ich Testleser ;-).

Gestern habe ich mich das erste Mal getraut, einen Kommentar zu verfassen. Ich meine damit nicht die Kommentare, die unter einen Blogartikel stehen, sondern den Kommentar, der als Meinungsbeitrag von Journalisten eingesetzt wird. Ich hätte mir gedacht, dass solch ein Kommentar sehr viel einfacher zu schreiben ist, als ein normaler News-Artikel, aber dem ist nicht so – jedenfalls bei mir noch nicht.

Zwar gibt man in einem Kommentar nur seine Meinung wieder, aber diese soll eben auch zum Diskutieren anregen. Ich wollte deswegen auch ein wenig Würze in diesen Kommentar bringen, was mir aber in diesen ersten Kommentar wohl noch nicht gelungen ist. Vielleicht sollte ich mich auch noch ein wenig mehr mit gegensätzlichen Meinungen auseinandersetzen, und erläutern, warum ich anderer Meinung bin.
Auch bei der Länge des Kommentars bin ich mir noch nicht sicher. Mein Erster war mit über 500 Wörtern ziemlich lang, ich bin mir nicht sicher, ob so ein Kommentar wirklich gelesen wird.

Deswegen jetzt die Frage an euch, was macht für euch einen (journalistischen) Kommentar spannend? Wie lang sollte er maximal sein, sollte er provozieren, wie sollte argumentiert werden und, und, und? Ideen sind Willkommen und verbessern vielleicht meinen nächsten Kommentar.

Wenn ich mir das jetzt noch einmal durchlese, dann glaube ich, dass viele meiner Blogeinträge auch als Kommentar gewertet werden könnten. Aber ich glaube, dass so ein journalistischer Kommentar doch noch ein wenig mehr braucht, als meine Blogeinträge bieten 😉 . Auch dazu würde mich eure Meinung interessieren.

 

Vor einiger Zeit hat Suite101.de mit einigen Partnern den 29. Juni zum „Tag des Schreibens“ ernannt. Bis dahin wird es einige Aktionen geben, eine davon ist der Schreibwettbewerb, welcher am 19.05.2011 gestartet ist und bis zum 19.06.2011 geht. Die Kurzgeschichten sollen sich um ein Dokument und den Tag, an dem sie geschrieben wurden, drehen, zumindest soll es eine wichtige Rolle in der Kurzgeschichte spielen. Zu gewinnen gibt es auch was, und zwar fünf Verlagsverträge plus ein Amazon Kindle für die besten fünf Kurzgeschichten und für die Plätze 6-10 dann noch Buchpakete im Wert von ca. 50,- Euro. Die Kurzgeschichte selbst darf nicht länger sein als 10 Seiten.

Mich reizt es, an diesem Schreibwettbewerb teilzunehmen, auch wenn die Aufgabe ein wenig schwammig ist und ich mir derzeit nicht wirklich etwas darunter vorstellen kann. Ich möchte nicht mitmachen, um zu gewinnen, sondern weil es für mich eine Möglichkeit ist, um das Schreiben zu üben. Wenn ein Thema vorgegeben ist, kann man nicht einfach los schreiben und sehen, wo einen die Geschichte hinführt, sondern man muss sich die Richtung schon vorher aussuchen und dann gezielt schreiben. Das habe ich bisher noch nicht gemacht, weswegen es für mich eine Herausforderung wäre, die mich schon reizt. Ob man die Kurzgeschichte dann einreicht, das kann man entscheiden, sobald sie fertig ist und der Termin zur Abgabe nicht überschritten ist.

Dagegen spricht allerdings, dass ich im November wieder am NaNoWriMo teilnehmen möchte, und ich bis dahin auch noch meine Kurzgeschichte „Telefonanruf aus Utopia“ überarbeitet haben will. Das müsste ich dann nach dem 19 Juni angehen, was mir eine Zeitspanne von 4 1/2 Monaten lassen würde. Ich weiß nicht, ob das reicht, denn ich möchte die Kurzgeschichte noch einmal sehr gründlich überarbeiten. Nicht so leicht also, aber ich werde noch eine Nacht drüber schlafen und mich dann entscheiden.

Für alle, die gerne einen Verlagsvertrag hätte, ist das vielleicht eine interessante Möglichkeit an eben diesen zu kommen. Also macht euch an die Arbeit und schreibt eine Kurzgeschichte, vielleicht ist eure ja die, die unter den ersten fünf landet.