Svens kleiner Blog

Nicht wegen Geld, nicht wegen Ruhm, nicht wegen Aufmerksamkeit sondern einfach nur so ;-)

Wie viele Bäume habt ihr dieses Jahr gepflanzt? Die Frage ist ernst gemeint, denn alle jammern darüber, dass die Politiker es nicht hinbekommen, ein vernünftiges Umweltschutzabkommen zu verabschieden. Aber was machen wir selbst für den Umweltschutz?

Plastiktüten

Zu viele Plastiktüten

Wie viele Plastiktüten habt ihr dieses Jahr gekauft? Ihr meint, diese Frage passt jetzt überhaupt nicht? Könnte sein, aber wenn man beachtet, wie viel so eine Plastiktüte kostet und wie viele man davon kauft, könnte es eben doch schon wieder passen.
Ich selbst habe mir lange Zeit keine Gedanken darüber gemacht. Der Einkauf war halt 6 oder 9 Cent teurer und das habe ich immer schon mit eingeplant. Nur wenn man dann zu Hause die Tüten sammelt und einmal darauf achtet, wie viele das in einem Jahr dann doch werden können, dann kommt man doch ins Grübeln. Diese Phase hatte ich dieses Jahr.

Es ist ja nicht nur die Plastiktüte beim Einkauf der Lebensmittel, sondern eben auch die Plastiktüte beim Einkauf von Döner, Chinapfannen und Co. Oder die Plastiktüte beim Einkauf einer CD, eines Buches, eines Elektrogerätes. Die Plastiktüte an der Tankstelle oder eben von dort, wo man eben mal schnell etwas kauft. Und glaubt mir, wenn man die einfach mal sammelt, dann kommt eine ganze Menge Müll zusammen.

Ich habe dann entschlossen, dass ich mir einen Stoffbeutel kaufe. Den vergesse ich zwar noch ab und an, aber meistens denke ich an ihn und kann mir die Einkaufstüte sparen. Lass es 10 Einkaufstüten im Monat sein, das sind 120 im Jahr. Umgerechnet sind das 12,- Euro im Jahr nur für Plastikmüll, denn sind wir ehrlich, eine Plastiktüte nehmen wir nur sehr selten noch ein zweites Mal mit in die Kaufhalle.

Und damit bin ich wieder bei der ersten Frage. Wie viele Bäume habt ihr dieses Jahr gepflanzt? Ich selbst habe noch keinen gepflanzt, aber ab dem nächsten Jahr werde ich wieder damit anfangen. Die 12,- Euro, die man für Plastiktüten sparen kann, sind nämlich schon 3 gepflanzte Bäume. Jedenfalls bei dem Anbieter, bei dem ich vor 2 Jahren schon einmal 3 Bäume gepflanzt habe. 3 Bäume hören sich erst einmal nicht viel an, aber wenn das viele Leute machen, dann ist das auch viel. Bei 100 Leuten wären es schon 300 Bäume, bei 1.000 wären es 3.000 Bäume und bei mehreren Millionen…

Die Plastiktüte ist übrigens auch nur ein Beispiel von Verschwendung. Es gibt noch mehr. Bei mir zum Beispiel Batterien, die schon längst durch Akkus ersetzt sein könnten. Ich werde mir darüber Gedanken machen und vielleicht finde ich noch Dinge, die ich verändern kann und vielleicht werden dann aus 3 Bäumen auch 5 Bäume, oder 10. Potential ist vorhanden, wir müssen es nur angehen.

Ich kann mich noch an einen Film erinnern, den ich zu meiner Schulzeit in der Schule gesehen habe. Es ging um die Lebensmittelpolitik der EU und wie sie jährlich Hunderttausende Tonnen Lebensmittel vernichtet. Da waren leckere Äpfel, die man ohne Probleme hätte essen können, Kartoffeln und noch viele andere Lebensmittel. Ich war schockiert, denn auf der anderen Seite hatte ich Bilder von afrikanischen Kindern im Kopf, die unter Hunger litten. Kinder, bei denen man jeden einzelnen Knochen sehen konnte. Für mich war nicht verständlich, warum die EU Lebensmittel vernichtet, obwohl es Menschen gibt, welche diese Lebensmittel brauchen.

Auch heute ist mir das noch nicht verständlich! Fast jeder siebte Mensch auf unserer Erde hungert. Das sind bei knapp 7 Milliarden Menschen, welche sich auf unserer Welt befinden, 1 Milliarde Menschen die hungern. Auf der anderen Seite stehen dann 1,3 Milliarden Tonnen Lebensmittel, welche jährlich nicht auf dem Teller landen, weil sie vorher vernichtet werden. Das sind knapp 1/3 der jährlichen Lebensmittelproduktion, die nicht gegessen werden.

In Deutschland sind es immerhin 11 Millionen Tonnen Lebensmittel, die nicht gegessen werden. Einen Großteil davon werfen die privaten Haushalte weg, aber auch der Einzelhandel und der Großhandel muss Lebensmittel entsorgen, die nicht verkauft werden konnten.
Schuld daran ist unsere Art zu leben. Wir wollen zu jeder Zeit in die Kaufhalle gehen können, um dort die Dinge zu kaufen, auf die wir gerade Lust haben. Wenn wir zum Bäcker gehen, dann wollen wir auch am Abend noch frisches Brot haben, auch wenn der Bäcker nur noch 5 Minuten offen hat. Das bedeutet natürlich, dass der Bäcker bis zum Abend auch noch frisches Brot vorrätig haben muss, von dem dann aber meist nicht alles verkauft wird. Auch die Kaufhallen müssen möglichst viel Obst und Gemüse vorrätig haben und davon dann auch nicht nur eine Sorte, sondern möglichst fünf verschiedene Sorten Kartoffeln, 10 verschiedene Sorten Äpfel und, und, und. Diese werden natürlich nicht alle verkauft, und so landen die am Ende auch auf dem Müll, obwohl sie wohl noch essbar wären. Das gilt übrigens auch für Wurst, Fleisch und viele andere Lebensmittel.
Würde jetzt aber eine Einzelhandelskette ihr Sortiment ausdünnen und nur noch eine Sorte Kartoffeln anbieten, wären viele Kunden wohl nicht mehr bereit dort einzukaufen.

Wir wissen nicht wirklich, was Hunger ist, wir sind es gewöhnt, dass wir, wenn wir Hunger auf Bananen haben, diese auch kaufen können. Wir wollen auch am Abend noch frisches Brot haben und machen uns keine Gedanken darüber, was das eigentlich bedeutet.
Wir sind zwar kurz geschockt, wenn wir in den Nachrichten hören, dass wir 11 Millionen Tonnen Lebensmittel wegwerfen, aber wir sind dennoch nicht bereit, etwas an unseren Lebensstil zu ändern. Wir wollen nicht verzichten, wir wollen weiter verschwenden. Ein voller Kühlschrank bedeutet Sicherheit, auch wenn die Hälfte der dort gelagerten Lebensmittel dann wohl weggeworfen wird.

Einen Vorwurf kann man wohl niemanden machen, denn wir haben es so gelernt. Wer in der Stadt lebt, der weiß kaum noch, wo die Lebensmittel eigentlich herkommen. Vielen ist nicht einmal bewusst, dass Lebensmittel nur begrenzt zur Verfügung stehen und das unser Konsumverhalten anderen Menschen schadet. Wie auch? Selbst wenn wir auf unseren Konsum achten würden, würden die Lebensmittel immer noch nicht gerecht verteilt werden. Die Menschen in Afrika würden wohl weiterhin hungern, obwohl wir genügend Lebensmittel produzieren könnten. Grund ist das System, in welchem wir leben. Die Umverteilung würde nur gelingen, wenn sie irgendjemanden Profit bringen würde. Nur leider hungern die Menschen in Afrika ja nicht nur, sondern sie haben auch kein Geld, um diesen Zustand zu verändern.

Wir Menschen müssen wohl noch einen langen Weg gehen, bevor es wirklich allen Menschen auf dieser Erde gutgeht. Wir müssen die Entwicklung rückgängig machen, welche die Menschheit gegangen ist. Wir müssen vom Egoismus wegkommen und wieder mehr Wert auf die Gemeinschaft legen. Solange soviel Essen vernichtet wird, solange sollte auf dieser Welt auch niemand hungern müssen. Solange die Mehrheit der Menschen aber daran glaubt, dass die Menschheit nur überleben kann, solange man den maximalen Profit erzielt, solange werden auch viele Menschen hungern müssen.

…wenn wir es nicht schaffen, die Welt für unsere Kinder ein klein wenig besser zu machen? Haben wir unsere Ziele nicht verpasst, wenn es unseren Kindern und Enkeln schlechter geht als uns? Sollten wir nicht alles daran setzen, dass die Welt gerechter wird und das unsere Kinder in einer besseren Welt leben können? Was bleibt von uns, wenn wir das alles nicht schaffen?

Ihr wollt also vom 01.03 bis zum 04.03.2012 nicht tanken? Ihr wollt damit ein Zeichen gegen die hohen Spritpreise setzen? Dann macht es aber richtig!

Denn was bringt es, wenn ihr eben am 29.02 euren Tank vollmacht, und während dieser Aktion dann eben mit diesem vollen Tank Auto fahrt? Das Geld, was die Mineralölkonzerne von euch bekommen hätten, dass bekommen sie dann eben am 29.02 oder am 05.03.2012. Es wird also keinen Verdienstausfall für die Konzerne geben, sondern die Einnahmen werden sich nur verschieben. Wenn ihr die Ölkonzerne treffen wollt, dann müsst ihr an diesen vier Tagen das Auto stehenlassen, ihr dürft es nicht bewegen, dürft kein Benzin verbrauchen. Nur dann bringt diese Aktion etwas, nur dann könnt ihr die Ölkonzerne unter Druck setzen.

Vielleicht wäre es generell besser, ihr verlegt diese Aktion in den Sommer und haltet sie dann einen ganzen Monat durch. Wie wäre es, wenn ihr dann einfach auf das Fahrrad umsteigt, um kurze oder mittellange Strecken zurückzulegen? Einkaufen könnt ihr auch notfalls mal mit dem Handwagen, oder die gesamte Familie muss eben mitkommen und die Einkäufe nach Hause tragen. Auch Ausflüge sind mit dem Fahrrad möglich, meist sind sie sogar sehr viel schöner, weil man von der Natur eine Menge mitbekommt. Aber auch wenn man nicht mit dem Fahrrad fahren kann, gibt es immer noch die öffentlichen Verkehrsmittel. In den meisten Fällen kommt man auch mit diesen dort hin, wo man hin möchte.
Auch mit Inlineskatern kann man eine Menge machen, oder zu Fuß, ja, dafür sind die nämlich da 😉 .

All das wäre sehr viel Produktiver, als die Aktion, die ihr da vom 01.03 bis zum 04.03.2012 plant. Denn all das würde dazu beitragen, dass ihr das Geld tatsächlich einspart und es nicht einfach nur zeitversetzt den Ölkonzernen in den Rachen werft. Ein langfristiger Einbruch der Einnahmen führt wohl eher dazu, dass die Ölkonzerne einlenken, aber viele Autofahrer wissen gar nicht, dass man sich auch ohne Auto fortbewegen kann.

Gilt natürlich für Städte, nicht unbedingt für ländliche Gegenden.

„Die Bahn ist weg“, würde ich gerne den Leuten hinterher rufen, die plötzlich anfangen zu rennen, obwohl die S-Bahn schon längst wieder angefahren ist. Doch dann denk ich mir, dass es kalt ist und dass sie doch ruhig laufen sollen. Dann haben sie wenigstens ein wenig mehr Wärme zur Verfügung, wenn sie auf die nächste S-Bahn warten – die, wenn sie Glück haben, ein paar Minuten später kommt.

S-Bahn fahren in Berlin ist ja so ähnlich, wie Lotto spielen. Wobei die Chancen steigen, umso mehr Geld man in das Los investiert. Mit einem Einzelfahrschein hat man zwei Stunden Zeit, eine S-Bahn zu bekommen, mit einer Tageskarte schon 24 Stunden und mit einem Monatsticket sogar einen ganzen Monat. Wenn man Glück hat, dann fährt die S-Bahn in Berlin so, wie sie fahren soll, wenn man Pech hat, hat man eine Niete gekauft.

Und dann verstehe ich auch, warum die Leute zur S-Bahn laufen, die bereits wieder angefahren ist. Sie alle hoffen auf ein Wunder…