Svens kleiner Blog

Nicht wegen Geld, nicht wegen Ruhm, nicht wegen Aufmerksamkeit sondern einfach nur so ;-)

Ich muss es zugeben, ich schaue mir gerne den Eurovision Song Contest(ESC) an, aber die Diskussionen am Tag danach lassen mich immer schmunzeln. Ich habe das Gefühl, dass es da ein großes Missverständnis über die Aussagekraft der Platzierungen gibt, weswegen die Diskussion danach immer in die falsche Richtung geht. Deswegen muss ich jetzt doch einen Artikel dazu schreiben, obwohl ich nicht denke, dass ich wirklich ein Experte auf dem Gebiet bin.

Was sagt uns der vorletzte Platz über das Lied?

 

Wir sind also auch im Jahr 2017 wieder nur auf den letzten Positionen beim ESC zu finden, aber was sagt uns das eigentlich? Nicht viel! Denn beim ESC gibt es nur für die besten 10 Songs Punkte von den Ländern. Bedeutet also, dass die Songs, die zwar von der Qualität der Beiträge her im Mittelfeld des Teilnehmerfeldes liegen und mit Platz 11 in der Länderwertung vielleicht nur knapp an der Top10 vorbei gerutscht sind, keine Punkte mehr bekommen. Und so kann ein Song, der von der Qualität her im Mittelfeld anzusiedeln ist, eben auch auf den letzten oder vorletzten Platz der Wertung landen. Wissen tun wir über den deutschen Beitrag also nur, dass er nicht gut genug war, um in die Top10 der Länderwertungen zu kommen, wir wissen aber nicht, ob es tatsächlich der zweit-schlechteste Song des Wettbewerbs war. Das wüssten wir nur, wenn es für jeden Song, der am Wettbewerb teilnimmt, Punkte geben würde. Für den letzten also 1 Punkt und für den 1 dann 28 Punkte, oder 26 oder wie auch immer die Regelung dann wäre.

Unser Beitrag war nicht schlecht …

 

Nein, der deutsche Beitrag war nicht schlecht, aber er war auch kein Song, der einen Platz in den Top10 verdient hätte. Ich habe diesmal den deutschen Beitrag tatsächlich erst im Finale gesehen und ich hatte ihn schon ziemlich schnell wieder vergessen. Mir war sofort klar, dass wir mit diesen Song nicht viele Punkte holen werden, weil er viel zu brav war, weil er nichts hatte, was einzigartig war. Es war ein Song, den ich in dieser Form täglich 10 Stunden lang im Radio hören kann. Und genau hier müsste die Kritik anfangen. Nicht an der Sängerin, sondern an den Verantwortlichen, die solche Songs zum ESC schicken.

Stefan Raab war nicht umsonst so erfolgreich beim ESC. Seine Songs hatten alle etwas einzigartiges, sie haben alle das Zeug für die Top10 gehabt, aber den Mut haben die Verantwortlichen jetzt wohl nicht mehr. Klar sind die Beiträge gut fürs Radio, aber sie sind eben nicht gut genug für den ESC.

Vielleicht gibt es tatsächlich auch einen politischen Faktor, aber ich würde ihn nicht als übermäßig groß ansehen. Wir müssen uns einfach trauen, mal wieder etwas einzigartiges zum ESC zu schicken, etwas was hängen bleibt, was nach dem ersten Mal hören schon einen Ohrwurm verursacht, so wie es damals die beiden Songs von Lena. Oder wie „Nussecken und Himbeereis“ …

Um es kurz zu machen: Ich bin gerade etwas genervt!

Problem-Lösung-Problem-Bild

 

Ich möchte hier gerade eine Sache erledigen, aber so, wie wir es derzeit umsetzen können, ist es nicht optimal und das ist leider auch mit dieser Lösung nicht änderbar. Nun gäbe es eigentlich eine andere Lösung, die, wenn sie funktionieren würde, auch einfacher und schneller wäre, aber da sich irgendwo ein Fehler im Programm versteckt, funktioniert sie noch nicht. Eigentlich kein Problem, denn Fehler können behoben werden und wurden sie in dem Fall auch. Nur eben nicht so, wie ich es mir vorgestellt hatte, sodass jetzt die einfachere Lösung zwar funktionieren würde, die Vorlage, die es für die Sache, die ich erledigen möchte, schon gibt, aber nicht mehr genutzt werden kann.

Jetzt hätte ich zwei Optionen. Option 1 ist, dass ich die Vorlage, die vorhanden ist, irgendwie in das neue Format übertrage, was am Ende bedeuten würde, dass ich die Vorlage noch einmal komplett neu in das neue Programm umsetzen müsste. Das kostet verdammt viel Zeit, da diese Vorlage auch wieder so gestaltet sein muss, dass sie auf unser Briefpapier gedruckt werden kann. Die Zeit also, die ich mir eigentlich ersparen wollte.

Option 2 wäre, dass ich die Sache so umsetze, wie es bisher immer gemacht wurde, und ich einfach mit der nicht optimalen Umsetzung lebe. Wäre einfach, würde mich jetzt nicht noch einmal Zeit kosten, sieht aber doch blöd aus, also in meinen Augen zumindest.

Mich ärgert und nervt das, weil es inzwischen so viele Möglichkeiten gibt, offene Dokumenten-Standards zu nutzen. Wäre das der Fall, könnte ich meine Vorlage einfach umwandeln und sie im neuen Programm nutzen. Es wäre so einfach, so schön, aber ist nicht! Selbst wenn ich mir jetzt die Mühe mache, und die Vorlage in das neue Format umsetze, wird das die Arbeit für alle anderen nicht erleichtern. Sie werden weiterhin mit ihren Programmen arbeiten, mit denen sie sich schon auskennen, weil sie einfach nicht die Zeit haben, sich in das neue Programm einzuarbeiten. Und ja, dass verstehe ich total und es wäre auch gar nicht schlimm, denn diese Programme können in offenen Dokumenten-Standards speichern, nur das bringt mich ja nicht weiter! Ich kann sie nämlich in dem Programm nicht nutzen …

Ich gehe jetzt Heulen, weil einfache Dinge immer so kompliziert gemacht werden …

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Pssst … sein sie mal leise! Ich bin da gerade einem Geheimnis auf der Spur, einer Verschwörung, vielleicht sogar einem Geheimbund. Schauen sie nicht so, ich verfolge diese Spur schon seit Monaten und sie führte mich genau hier hin, an diesen Ort.

Ja ne, ist klar, sie halten mich jetzt für einen Irren, für einen Verschwörungstheoretiker, aber dem ist nicht so, ich schwöre, oder vielleicht auch nicht, wahrscheinlich gehören sie zu diesem Geheimbund, das erklärt ihre Anwesenheit. Natürlich werde ich ihnen jetzt nichts mehr von meiner Spur erzählen, sonst würden Sie es ja leugnen. Sie würden mir wahrscheinlich mit irgendwelchen Argumenten kommen, würden sagen, dass da gar kein Geheimnis dahinter steckt, dass das einfach so ist, wie es ist. Aber nein, so kommen Sie mir heute nicht davon, genau, ich meine Sie! Erst so einen Geheimbund gründen und dann abstreiten das es ihn gibt! Sie sind mir schon einer!

Stehen Sie doch endlich dazu! Ich bin ihnen auf der Spur, ich bin kurz davor ihre Botschaften zu entschlüsseln und wenn ich es geschafft habe, dann werde ich … Nein, ich werde natürlich nicht, ich bin ja nicht Irre, wenn ich damit an die Öffentlichkeit gehen wollte, würde ihr Geheimbund mich vorher umbringen oder aber mich in der Öffentlichkeit als Irren Brandmarken. Nein, Nein, Nein! Es reicht vollkommen, dass ich es weiß, die restliche Welt ist noch nicht bereit dafür. Und nein, sagen Sie nicht schon wieder, dass ich Irre wäre, ich bin es nicht. Die Zeichen sind doch überall sichtbar, oder? Es gibt nur diese eine Erklärung, eine andere gibt es nicht, auch ihre Scheinargumente können mich nicht davon überzeugen. Es kann einfach kein Zufall sein.

Diese Wasserflaschen, in denen immer noch ein riesiger Schluck Wasser enthalten ist, diese Wasserflaschen sind euer Weg der Kommunikation. Ich beobachte das jetzt schon seit Monaten. Nein, ich bin nicht Irre!

Wisst ihr, es gibt ja Dinge, die sollte mensch lieber lassen. Dazu gehört zum Beispiel, dass ihr euch, wenn ihr in einem Seminar ein negatives Beispiel für irgendwas braucht, keinen Menschen nehmen solltet, der zufällig in den Raum kommen könnte. Es kommt nämlich überhaupt nicht gut, wenn dann erst einmal Stille ist und dann vom Vorträger die Bemerkung kommt, dass das jetzt gerade kein passendes Beispiel ist.

Und jetzt zum abschreiben: Ist etwas unpassend, wenn die Person plötzlich im Raum ist, dann ist es auch unpassend, wenn die Person nicht im Raum ist!

Ich verstehe durchaus, dass es in einem Seminar Beispiele geben muss, damit etwas greifbarer wird. Allerdings sind diese Beispiele dann entweder passend, dann kann sie auch die Person hören, die als Beispiel herhalten muss, oder sie sind unpassend, dann sind sie es aber generell und sollten nicht genutzt werden. Wenn plötzlich Stille entsteht, dann weiß die Person, die den Vortrag hält, ganz genau, dass ihr Beispiel die Person, die als Beispiel herhalten muss, verletzen könnte. Und wenn dem so ist, dann sollte sich die Person, die den Vortrag hält, eine fiktive Person erdenken. Diese kann sie nämlich nicht verletzen, denn sie existiert nicht.

Ich musste das kurz einmal für all die aufschreiben, die denken, dass ein Vortrag oder ein Seminar besonders lustig wird, wenn eine abwesende, aber real existierende Person, zum negativen Beispiel gemacht wird. Ein solches Beispiel ist nur dann passend, wenn es ebenso gebracht werden würde, wenn die Person im Raum ist und wenn es nichts ist, was die Person verletzen könnte.

So, und jetzt macht dort weiter, wobei ich euch gerade gestört habe.

Ich habe euch schon lange nicht mehr mit meinem Studium genervt. Gut, es gab einfach nichts zu schreiben, da ich mich nicht wirklich mit dem Studium beschäftigt habe. Warum? Nun, zum einen musste ich im letzten Jahr (2016) erst einmal schauen, dass ich genügend Geld verdiene. Ich glaube, ich habe schon öfter erwähnt, dass es sich mit einer schwierigen Finanzsituation eher schlecht studieren lässt. Nachdem das geklärt war, kam leider der Selbstmord von meinem Neffen, wodurch ich im Oktober dann doch ziemlich aus der Bahn geworfen wurde.

Jetzt gilt es aber, endlich in die Zukunft zu schauen. Finanziell muss ich mir erst einmal keine Sorgen machen, sodass ich mich jetzt mit den Planungen für das nächste Semester auseinandersetzen kann. Ja klar, ich habe wieder eine Menge Zeit verschenkt, aber das ist egal, denn in der Zeit ist auch die Motivation heimgekehrt, die Motivation dazu, dieses Studium erfolgreich zu beenden. Ob ich das jetzt mit 35 mache oder mit 36, ich glaube der Zeitplan ist egal. Ich habe derzeit wieder Spaß daran, mich mit Informatik und Wirtschaft zu beschäftigen, also die beiden Themen, die mein Studium berührt und ich glaube, mit diesem Schwung kann ich das Studium jetzt “Neustarten”.

Das Studium erinnert mich aber auch immer an meinen Neffen. Er studierte Verwaltungsinformatik und er war verdammt gut darin. Aber das ist schon wieder ein anderes Thema.

Eigentlich wollte ich nur kurz anmerken, dass ich euch jetzt wieder öfter mit meinem Studium nerven werde, stellt euch also schon einmal darauf ein.

2016 ist jetzt also gegangen. Die Zeit der Jahresrückblicke ist gekommen, bzw. sie ist eigentlich schon fast wieder vorbei. Normalerweise schreibe ich auch immer einen. Ich schreibe über die Laufkilometer, die ich im Jahr zurück gelegt haben, über die Ziele, die ich erreicht habe und über die, die ich nicht erreicht habe. Ich schaue auf das kommende Jahr, auf die nächsten Ziele, die es zu erreichen gilt und auf mein Studium. Normalerweise!

2016 ist aber kein normales Jahr. 2016 hat mir meinen Neffen genommen, auch wenn mein Neffe sich diesen Weg selbst ausgesucht hat. Die letzten Monate, also Oktober, November und Dezember, waren seltsam. Irgendwie vergingen sie, irgendwie schaffte ich es mich abzulenken, andere Dinge zu tun. Mit der Arbeit zum Beispiel. Nein, ich habe keine Höchstleistungen bringen können, ich saß ziemlich oft im Büro und musste mit den Tränen kämpfen, musste schauen, dass zumindest das Nötigste klappte. Sicherlich hätte ich mich zurück ziehen können, aber wen hätte das was gebracht?

Das Jahr 2016 hatte auch positive Aspekte. Nur ich kann sie nicht aufschreiben, weil eben dieses eine Ereignis alles überschattet, weil es das Jahr kaputt gemacht hat. Es ist dieser einer Anruf, an den ich mich auch in zehn Jahren noch erinnern kann, dieser eine Moment, der alles anders gemacht hat. Alles andere ist zwar auch irgendwie da, aber es ist nicht greifbar, so wie auch die letzten Monate des Jahres nicht greifbar sind.

Jetzt ist 2016 vorbei und ich muss mich erst einmal sammeln. Ich muss mich wieder konzentrieren, meine Leistung wieder abrufen. Nein, es wird nicht von jetzt auf gleich gehen. Veränderungen sind kein harter Schnitt, sie sind fließend. Einen Verlust kann keiner einfach am 31.12 um 23:59 Uhr verdauen, aber wenn ich wirklich einen erfolgreichen Weg mit meinem derzeitigen Auftraggeber gehen will, dann muss ich jetzt wieder besser werden, konzentrierter und auch motivierter.

Das Jahr 2017 wartet auf mich und ich hoffe, dass es keine bösen Überraschungen bereithält. Auf ein erfolgreiches Jahr 2017 für uns alle.

Mehr Überwachung, mehr Kontrollen, mehr Abschottung, dies sind die Schlagworte, über die gerade in den Medien diskutiert wird. Über die immer diskutiert wird, wenn irgendwo in Europa etwas passiert. Warum diskutieren wir aber nicht mal über Waffenexporte, Armut, Ausbeutung von Rohstoffen durch westliche Firmen und Angst? Warum diskutieren wir nicht über die Perspektivlosigkeit, die dazu führt, dass Menschen ihre Zukunft und die Zukunft ihrer Familie bei Terrororganisationen suchen? Warum reden wir nicht über den rechten Terror hier in Deutschland? Über die brennenden Unterkünfte, die für geflüchtete Menschen gedacht waren? Über Übergriffe, die eben auch dazu führen, dass die Menschen, die schon hier in Deutschland sind, sich auch noch in die Fänge von Terrororganisationen begeben?

Darüber schweigen wir lieber, weil wir uns dann eingestehen müssten, dass wir den Terror, der jetzt zurück kommt, selbst exportiert haben. Es ist leichter gegen geflüchtete Menschen zu hetzen, da dadurch die Mitschuld an dem, was in der Welt passiert, was somit zwangsläufig auch bei uns passiert, nicht sichtbar wird.

Damit werden wir den Terror auf dieser Welt aber nicht besiegen können. Wir können ihn nur besiegen, wenn wir statt Waffen Menschlichkeit exportieren. Wir, also der Teil der Welt, der in Wohlstand lebt, müssen dafür sorgen, dass kein Mensch mehr hungern muss. Wir müssen Solidarität leben und nicht Ausbeutung. Wir müssen verhindern, dass Menschen wegen Rohstoffen vertrieben werden. Enteignet, damit wenige Menschen noch mehr Profit erwirtschaften und noch mehr Geld anhäufen können.

Mehr Überwachung, mehr Kontrolle, mehr Abschottung wird den Terror nicht besiegen, genauso wenig wie Bomben und Kriege – die gegen den Terror helfen sollen – das schaffen werden.

Die ganzen Terrororganisationen profitieren von unserem System. Sie zahlen Sold an Menschen, die sonst keine Möglichkeit hätten, ihre Familie zu ernähren. Und jetzt muss sich jeder von uns Fragen: Was würde ich tun, um meine Familie zu ernähren? Terror oder Hunger? Vielleicht sterben oder ganz bestimmt sterben?

Wir könnten das ändern! Wir könnten den Hunger besiegen und somit verhindern, dass sich Menschen dazu entscheiden, zu Terrororganisationen zu gehen. Ganz bestimmt ist dadurch die Terrororganisation noch nicht gestoppt, da es den Anführern nicht ums Geld geht. Denen geht es um Macht! Gestoppt wäre aber der Zulauf von verzweifelten Menschen, die das nicht aus Überzeugung machen sondern aus Verzweiflung. Und damit wäre schon viel erreicht, denn dadurch wären die vielen Selbstmordattentäter schon einmal weg. Denn die Anführer wollen, wie oben schon erwähnt, Macht und nicht selbst sterben.

Lasst uns doch also einmal darüber diskutieren, wie wir Menschlichkeit exportieren können. Lasst uns darüber reden, wie wir eine solidarische Weltgemeinschaft werden, die nicht aus Neid, Missgunst, Hunger und Angst besteht. Erst wenn wir darüber sprechen, erst dann beginnen wir wirklich mit dem Kampf gegen den Terror.

„Nicht alle AfD-Wähler sind Nazis.“ Diesen Satz höre ich immer wieder und ja, er wird wahrscheinlich auch tatsächlich auf einige AfD-Wähler zutreffen, aber was ist, wenn die AfD aufgrund solcher Protestwähler an die Macht kommt?

Genau, auch diese Protestwähler haben dann dazu beigetragen, tragen also dieselbe Mitschuld und dann ist es doch total egal, ob sie Nazis sind oder eben nicht. Was die AfD dann mit ihrer Macht macht, das haben diese Menschen dann genauso zu verantworten, auch wenn sie es „gar nicht wollten“. Dieser Fakt muss einfach ins Bewusstsein der „Protestwähler“, denn wenn sie wirklich nicht wollen, was die AfD will, dann sollten sie auch nicht aus Protest diese Partei wählen. Und wählen sie die Partei doch, dann müssen sie eben auch damit Leben, dass sie in die rechte Ecke geschoben werden.

Nach dem zweiten Weltkrieg wollte ja auch keiner Schuld gewesen sein! Ob es damals auch alles nur „Protestwähler“ waren, die von der Arisierung von jüdischem Vermögen profitiert haben?

“Hmmm … das ist natürlich Doof!”, dachte ich mir eben, als mir ein Gast der Lounge erzählte, dass er keine Milch verträgt. Das ich bisher nicht selbst auf den Gedanken gekommen bin, dass ich in der Lounge mal einen Gast haben könnte, der auf irgendwas allergisch ist, ist natürlich auch Doof. Dadurch bin ich nämlich überhaupt nicht vorbereitet, habe nicht einmal einen Notfallplan in der Hand, um jetzt schnell etwas für diesen Gast tun zu können, und das ist deswegen Doof, weil ich natürlich möchte, dass sich jeder Gast in der Lounge wohlfühlt.

Ich habe jetzt Süßigkeiten hier, in denen überall Milch drin ist. Sowohl in den Keksen wie auch in den Schokoladenriegeln ist Milch und in der Kaufhalle, in der ich eben war, hatten sie keine Süßigkeiten, die für Menschen mit Laktoseintoleranz geeignet gewesen wären. Das ist natürlich auch Doof. Alles Doof irgendwie.

Allerdings, auch wenn es alles Doof ist, besteht dadurch auch die Chance jetzt etwas zu ändern. Wir müssen schon bei der Organisation der Veranstaltungen die Möglichkeit bieten, uns über Allergien der Gäste zu informieren. Wir haben ja bereits eine Wunschliste, und diese kann natürlich um diesen Punkt erweitert werden. Ob mir dann auch alle relevanten Allergien mitgeteilt werden, ist dann natürlich nicht sicher, aber es gibt eben auch Dinge, die ich selbst nicht beeinflussen kann. Die anderen, an denen ich was machen kann, sollte ich aber angehen, denn eine Allergie darf nicht dazu führen, dass ein Gast sich nicht wohl fühlt bei uns in der Lounge. Eine Allergie soll nicht zu einer Art Ausgrenzung führen, denn auch das wäre total Doof.

Es ist November geworden. Ich weiß gar nicht, wo die Zeit schon wieder hin ist. Der Oktober ging schneller, als er gekommen ist, er verflog, konnte aber nicht die Trauer mitnehmen, die er mitgebracht hat. Er hat sie hier gelassen und ist selbst so schnell wie möglich wieder gegangen. Er weiß schon warum!

Es ist November geworden. Die Blätter fallen schon seit einigen Wochen von den Bäumen. Das Grün verschwindet langsam, hinterlässt eine unwirkliche Welt. Grau ist die Welt noch nicht, dass verhindern die bunten Blätter gekonnt, die derzeit auf den Wegen und Wiesen liegen. Sie können aber nicht hinweg täuschen über die Kälte, die der Oktober mitgebracht hat, sie können den Verlust nicht überdecken und sie wissen, dass dieser Verlust, den sie nicht verdecken können, ein Verlust für immer ist.

Die Blätter selbst sind der Beginn für etwas Neues. Sie werden dem Baum, von dem sie gefallen sind, Nahrung liefern, damit dieser im nächsten Jahr wieder neue Blätter bekommt. Sie wissen, dass das kein Abschied für immer ist. Es ist nur ein Neubeginn. Kann auch mein Verlust ein Neubeginn sein? Kann er etwas verändern, hat er etwas positives? Oder wird es ein Verlust werden, der noch viel mehr Zerstörungskraft hat, der nichts Neues hervorbringt, der nur noch mehr Verlust mit sich bringt, noch mehr Narben?

Derzeit ist er ein Sturm, er bringt so viel Bewegung und mit der Bewegung auch soviel Reibung. Die Bewegungen, die der Sturm bringt, sind mir zu schnell, sie lassen mich an Grenzen stoßen. Dann doch lieber aussteigen, kurz innehalten, sich nicht vom Sturm mitnehmen lassen. Ruhe, sich besinnen, sich ordnen. Es ist derzeit nichts so, wie es vorher war, es kann gar nicht so sein und ich will auch gar nicht so tun, als ob es so sein könnte. Ich kann aber auch nicht so tun, als ob jetzt alles anders ist, es nicht mehr so ist, wie es vorher war, mich dem Sturm ergeben und so tun, als ob jetzt alles besser ist. Ist es nicht, kann es nicht sein.

Der Oktober mag vorbei sein, seine Erinnerungen lässt er aber hier, genauso den Verlust, den er mitgebracht hat. Der November kann nichts dafür, vielleicht bringt er aber Besinnung mit. Besinnung, die dabei hilft, alles neu zu Ordnen, alles wieder in ein Gleichgewicht zu bringen, wenn der Sturm weg ist. Erst wenn er weg ist, kann ich wieder einsteigen in das Spiel, erst dann habe ich die Kraft, eine neue Ordnung zu finden. Derzeit sitze ich eher auf einem Stein und beobachte den Sturm, schaue, was er durcheinander bringt, ohne die Kraft zu haben, ihn daran zu hindern.