Svens kleiner Blog

Nicht wegen Geld, nicht wegen Ruhm, nicht wegen Aufmerksamkeit sondern einfach nur so ;-)

Nach dem die Politik mal wieder an Gesetzen bastelt, die das Internet regeln sollen, ist ja die Diskussion nach einem Blogerverband aufgekeimt. Auch ich habe hier schon darüber geschrieben und schreibe jetzt noch einmal darüber, weil ich mich einmal mit den Gründen der Ablehnung eines solchen Vorhabens beschäftigt habe.

Es gibt zu viele Blogger mit zu vielen verschiedenen Interessen!


Ein Grund, warum einige, einen Bloggerverband ablehnen ist, dass es zu viele Blogger gibt, die viel zu viele unterschiedliche Interessen haben. Das stimmt wohl auch, aber das ist kein Grund, warum es nicht zu einem Bloggerverband kommen kann. Denn in diesem Verband geht es ja darum, dass man gemeinsame Interessen umsetzen möchte. Also Dinge wie die Netzneutralität und das beseitigen von Rechtsunsicherheiten, damit jeder seinem Recht der freien Meinungsäußerung nachkommen kann, ohne gleich vor dem finanziellen Ruin zu stehen. Das gilt jetzt nicht nur für das aktuelle Jugendschutzgesetz, sondern auch für die Abmahnungen, die es ja immer mal wieder gibt. Ich glaube nicht, dass hier die Interessen der Blogger so unterschiedlich sind und mehr soll der Bloggerverband ja auch nicht leisten.

Ein Bloggerverband setzt Eckpunkte!


Okay, das habe ich gestern so gelesen und verstehe es nicht wirklich. Welche Eckpunkte setzt der Bloggerverband denn? Ich glaube nicht, dass der Bloggerverband regeln möchte, was der einzelne Blogger schreibt, auch nicht, wie weit man dabei gehen darf. Blog bleibt Blog und Blogger bleibt Blogger, ob nun mit oder ohne Verband.

Haben Blogger gemeinsame Interessen?


Ich glaube schon das Blogger gemeinsame Interessen haben. Gleichstellung mit Journalisten zum Beispiel, wenn es darum geht, was dieser Berufszweig für gesetzliche Vorteile besitzt. Oder eben das schließen von Unsicherheiten in Gesetzen. Dass es diese gemeinsamen Interessen gibt, sieht man immer wieder, wenn es zu Abmahnungen kommt. Gleichzeitig kam dann die Frage auf, ob es denn gemeinsame Interessen sind, wenn auch andere Webseiten-Betreiber diese haben?

Natürlich bleiben es auch dann gemeinsame Interessen, und wenn man damit auch anderen Seiten im Internet hilft, ist das doch gut, oder nicht?

Wird man mit einen neuen Verband zu Schreibern dritter Klasse?


Nein, ich glaube nicht das ein Verband bedeutet, dass man sich zu Schreibern dritter Klasse macht. Bevor die Blogger daran denken können, mit einem anderen Verband zusammenzuarbeiten, sollten sie erst einmal etwas Vernünftiges, Eigenes auf die Beine stellen.

Was ist mit den vielen, verschiedenen politischen Meinungen der Blogger?


Ich glaube in einem Bloggerverband sollte es egal sein ob man CDU-Anhänger, oder Linkspartei-Anhänger ist. Es geht nur darum, die gemeinsamen Ziele umzusetzen und nicht darum, an allen möglichen politischen Diskussionen teilzunehmen. Es ist also, egal ob man für oder gegen Hartz4 ist, es ist, egal ob man für oder gegen den Atomausstieg ist, genauso ist es egal, ob man für oder gegen Stuttgart 21 (plus) ist. Es geht wirklich nur um dass, was wir als Blogger gemein haben und da gibt es vieles von.

Vorstand, Satzung, Mitgliedsbeiträge


Auch das sollen Argumente gegen einen Verband/Verein sein. Ich stimme zu, dass diese nicht zu vermeiden sind. Wenn man in diese Richtung etwas erreichen möchte, dann kommen auch Kosten auf den Verein/Verband zu und diese müssen ja irgendwie gedeckt sein. Die Frage ist halt, wie hoch setzt man die Mitgliedsbeiträge an, denn das ist auch immer ein Mittel, um bestimmte Blogger auszuschließen. Bei Vorstand und Satzung ist es so, man wird nicht immer jeden leiden können und man wird nicht mit jedem Punkt der Satzung glücklich sein, aber solange diese einem nicht beim Bloggen einschränken, solange kann man sich damit immer arrangieren.

Allerdings finde ich wichtig, dass die Gespräche über die Gründung eines Bloggerverbandes nicht auf der re:publica stattfinden sollte. Zum einen gibt es hier nur eine begrenzte Anzahl von Plätzen, zum anderen kosten die Eintrittskarten 110 Euro. Beides sind Gründe, warum sich viele Blogger gleich von Anfang an ausgeschlossen fühlen und sich nie an diesen Verband beteiligen würden. Das wäre der falsche Start und würde wohl den Verband gleich wieder zerstören.




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4 Comments

  1. Peter (11 comments)
    19:07 on Dezember 10th, 2010

    Bei der IHK wird man alleine durch die Eigenschaft, Unternehmer zu sein (Zwangs)Mitglied. Wenn jeder Blogger Mitglied sein müsste, kwürden sich schnell gemeinsame Ziele herauskristallisieren.
    Peter´s letzter blog post ..tgif- Wie war das Blog-Jahr 2010

  2. Marc (193 comments)
    10:56 on Dezember 12th, 2010

    Ich habe vor einigen Monaten das Engagement von Alper / meetinx.de bzgl. eines solchen Verbandes verfolgt – inklusive der Erklräung des scheiterns.

    Vielleicht kannst Du die ~ 50 Blogs, auf denen Du (wir) dich so rumtreibst gewinnen, das wird schon schwer genug. Der ganze Rest – vergiss es…
    Marc´s letzter blog post ..WordPress Plugin- MySearchTermsPresenter mit “Bad Words” Filter

  3. […] um den JMStV aufkam und ich denke, dass die derzeitige Aufregung durchaus zeigt, wie viel Sinn so ein Verband machen würde. Denn: bei einem Unternehmen der Größenordnung Euroweb und seinen angeschlossenen […]

  4. […] auch nochmal auf den Bloggerverband zurückzukommen: Und noch einmal die Idee mit dem Bloggerverband Weiß nicht, warum so eine Angst vor Mitgliedsbeiträgen entsteht, diese kann man doch staffeln. […]

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